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Mentzos, S. Thomä, H. (2006). Können Psychogenese und Psychodynamik der Angstneurose auf eine Neidproblematik reduziert werden?. Psyche – Z Psychoanal., 60(11):1145-1155.

(2006). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 60(11):1145-1155

Kontroverse

Können Psychogenese und Psychodynamik der Angstneurose auf eine Neidproblematik reduziert werden? Related Papers

Stavros Mentzos und Helmut Thomä

PSYCHE-Leser werden einen von Helen Schoenhals Hart verfaßten Artikel mit dem attraktiven Titel »Angstneurose heute« (Heft 3, 2006) besonders neugierig und erwartungsvoll zulesen beginnen. Die Enttäuschung dürfte jedochimLaufe der Lektüre aus zwei Gründen wachsen. Die Entstehung angstneurotischer Symptome während einer Analyse wird vorwiegend auf das kleinianische Verständnis unbewußten Neids in der Übertragung zurückgeführt. Schon kasuistisch muß gefragt werden: Kann Neid allein eine Angstreaktion erzeugen? Wegen des anspruchsvollen Titels würde der Leser vor allem erwarten, daß wenigstens der Versuch unternommen wird, die Beiträge führender psychoanalytischer Richtungen zur Lösung des Grundproblems von Neurosen, nämlich der Angst, zu integrieren. Schoenhals übergeht alle neueren Entwicklungen des Verständnisses neurotischer Ängste in und außerhalb der Psychoanalyse. Besonders negativ wirken sich zwei Unterlassungen aus: Weder wird die psychoanalytische Forschung zur Affektlehre erwähnt, um die sich im deutschsprachigen Raum R. Krause (1997 und 1998) und U. Moser (1978, 1999 und 2005) verdient gemacht haben, noch fällt ein einziges Wort zur modernen psychoanalytischen Entwicklungspsychologie (Dornes 1997, 2006). Man sollte es nicht für möglich halten, daß über die Angstneurose heute geschrieben werden kann, ohne das Werk von John Bowlby (1969, 1973, 1980) zu erwähnen.

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