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Buchholz, M.B. (2011). Zu Michel Onfrays »Anti Freud« - eine Anti-Polemik. Psyche – Z Psychoanal., 65(12):1216-1223.

(2011). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 65(12):1216-1223

Zu Michel Onfrays »Anti Freud« - eine Anti-Polemik

Michael B. Buchholz

Wolfgang Hildesheimer publizierte 1977 eine Biographie Mozarts, die ein tiefes Verständnis insbesondere für Mozarts Musik erkennen lässt. Kurt Eissler, seinerseits Autor einer psychoanalytischen Goethe-Biographie, schrieb anerkennende Briefe an Hildesheimer (H. Buchholz 2010). Hildesheimer verfasste (1981) eine weitere Biographie über einen Goethe-Zeitgenossen Marbot. Marbot freilich war fiktiv, es gab ihn nicht in der historischen Wirklichkeit. Hildesheimer verfügte souverän über Detailkenntnisse von Goethes Leben, Tagesdaten und Tageszeiten; Marbot hätte tatsächlich Goethe, Eckermann, Leopardi oder Lady Catherine e tutti quanti begegnen können. Darin steckte die gleichsam diabolische Freude eines Autors, der sich bald ins Schweigen zurückgezogen hatte, weil er klar gemacht hatte, dass man sogar über fiktive Personen subtile Biographien schreiben kann. Hildesheimer hat Freuds Satz »Die biographische Wahrheit ist nicht zu haben« mit Mitteln des literarischen Experiments elegant bestätigt.

Eine Biographie gibt nicht »die biographische Wahrheit«, sondern ein Bild. Im Falle Freuds gab es hagiographische Kathedralen, in denen waren die Teufel geschnitzt unter die Kirchenbänke verbannt. Jeder konnte lesend eintreten und an der Verehrung teilhaben. Einige entdeckten die kleinen Teufel und meinten nun, im lärmenden »Freud-Bashing« unten das wahre Wesen des oben Verehrten entdeckt zu haben.

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