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PEP-Web Tip of the Day

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Hirsch, M. (2015). »Shame« von Steve McQueen. Psyche – Z Psychoanal., 69(1):64-70.

(2015). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 69(1):64-70

Film-Revue

»Shame« von Steve McQueen

Review by:
Mathias Hirsch

Was diesen beeindruckenden Film so spannend macht, sind die jeweils verschiedenen Versuche der beiden Protagonisten (Bruder und Schwester), die (im Film nicht näher geschilderten) extrem defizitären familiären Verhältnisse zu bewältigen. Mithilfe dieser Versuche konnten sie offenbar in ihrer Entwicklung überleben. Während der erfolgreiche Geschäftsmann ein scheinbar »normales« Leben führen kann, allerdings einer extremen Sexsucht verfallen ist, ist seine Schwester offen lebens- und beziehungsunfähig, aber auch leidensfähiger als der männliche Held. Als sie immer mehr in sein Leben eindringt, ist sein Gleichgewicht von Erfolg um den Preis der Sucht bedroht. Um sich nicht in ihr erkennen zu müssen, steigert er sich zu extremen Formen sexuellen Agierens; sie unternimmt einen Selbstmordversuch. Das Ende bleibt offen, wenn der Held auch eine Entwicklung zu größerer Beziehungsfähigkeit, Selbstreflexion und damit Schamfähigkeit genommen hat und auf sein suchtartiges Sexualverhalten verzichten konnte.

Schon am Anfang des Films verwirren die Bilder den Zuschauer: Es entsteht ein unheimliches Gefühl von Fremdheit, Derealisierung und Depersonalisation, wie durch eine Ouvertüre (»Don Giovanni«!) für das kommende Drama. Der Held, Brandon, liegt allein minutenlang regungslos im Bett, dann steht er allein in einem New Yorker U-Bahnhof, es folgt eine Sequenz, offenbar eine Erinnerung (wie im Traum, in dem »plötzlich« die Szene wechselt): Nach dem Geschlechtsverkehr mit einer Frau ertönt vom Anrufbeantworter die Stimme einer anderen Frau, die schon weiß, dass er sie nicht sprechen will, ihn aber trotzdem eindringlich beschwört: »Geh ran!« - Dann wieder in der U-Bahn: Eine junge Frau sitzt ihm gegenüber, die Blicke treffen sich, sie lächelt schüchtern, schlägt die Augen nieder.

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