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Dornes, M. (2015). Kapitalismus und psychische Erkrankungen: Eine Antwort auf die Kritiken von Karola Brede, Götz Egloff und Ingo Engelmann. Psyche – Z Psychoanal., 69(11):1088-1104.

(2015). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 69(11):1088-1104

Kontroverse

Kapitalismus und psychische Erkrankungen: Eine Antwort auf die Kritiken von Karola Brede, Götz Egloff und Ingo Engelmann

Martin Dornes

Einleitung

Karola Brede (2015) hat sich vorgenommen, meinen Aufsatz »Macht der Kapitalismus depressiv?« (Dornes 2015) einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Sie stellt fest, ich hätte mich mit »verwunderlicher Heftigkeit« gegen eine breite Auswahl an Kapitalismuskritikern gewendet, und kommt bezüglich meiner Person zu folgendem Resümee: Dornes pflegt eine Sprache, die gleichgültig und zynisch ist - und das nicht nur den Menschen, sondern auch den Verhältnissen gegenüber. Er »sortiert« Menschen und redet der verantwortungslosen Benachteiligung von Behandlungsbedürftigen das Wort. Überdies macht er Anleihen bei der behavioristischen Stressforschung, wenn er den Gestressten empfiehlt, ihre Belastungsfähigkeit zu trainieren. Außerdem plündert er die Psychoanalyse und verschleudert ihr kulturanalytisches, strukturtheoretisches und triebpsychologisches Kritikpotential. Das klingt »verwunderlich heftig«. Wie lauten nun Bredes Argumente jenseits solcher abwegigen Polemiken (Teil I)?

Während Karola Brede mir eine als Epidemiologie verkleidete Apologie des Kapitalismus attestiert, geht Götz Egloff (2015) in seinem Kommentar noch ein paar Schritte weiter. Er behauptet u.a., dass sich die Grundfrage, ob der Kapitalismus depressiv mache, mit den von mir dargestellten Methoden und Befunden gar nicht beantworten lasse. Wenn das richtig wäre, müssten kapitalismuskritische Autoren wie Rosa (2011), Schmiede (2011), Voss & Weiß (2013), Weiß (2013) u.

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