Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To search for a specific phrase…

PEP-Web Tip of the Day

Did you write an article’s title and the article did not appear in the search results? Or do you want to find a specific phrase within the article? Go to the Search section and write the title or phrase surrounded by quotations marks in the “Search for Words or Phrases in Context” area.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Münter-Halle, F. (1913). III. Psychoanalyse und Dichtung. Zentralblatt für Psychoanalyse, 3(8-9):446-449.
  

(1913). Zentralblatt für Psychoanalyse, 3(8-9):446-449

III. Psychoanalyse und Dichtung

F. Münter-Halle

Ich möchte auf die beiden letzten Dramen „Henning Strobart, Stadthauptmann von Halle” und „Cesare Monti, Feldhauptmann von Savona” des Schriftstellers M. Ho ran d aufmerksam machen. Horand ist seit Jahren ein grosser Anhänger der Freud'schen Theorien und sucht diese Entdeckungen für seine dramatischen Arbeiten zu verwerten. Sehen wir uns daraufhin die beiden Werke etwas näher an.

Da nach den Lehren Prof. Freud's in jedem Traume eine Wunscherfüllung vorhanden sein soll, kann Ratsmeister Ochse im „Strobavt” mit Recht sagen: „Träume sind verkappte Begierden”, also Wünsche, die im Unterbewusstsein liegen, die das Leben nicht erfüllen darf.

Betrachten wir nun die Hauptperson, so erkennen wir, dass Strobart bereits eine Ahnung von der Macht des Unterbewusstseins besitzt, da er sagt: „Doch glaube ich, dass unsere Seele mehr Fenster im Körper hat, als wir glauben. Sie muss mehr erkennen, als unsere Seele (besser Verstand) zugeben möchte. Wie oft findet das Gefühl das Richtige, nach dem der Verstand vergebens sucht. — Man wittert den Fuchs, ehe man ihn bemerkt.” Warum? Weil der Fuchs doch bereits bemerkt wurde, ohne dass aber diese Erkenntnis bis zum Bewusstsein vorgedrungen wäre. Strobart hat das Erscheinen seines Feindes, des Probstes Busch, wohl gesehen und darauf sofort reagiert, denn das zeigen seine Worte: „Mir ist, als ob mir noch etwas Unangenehmes begegnen müsste. Ganz unvermittelt (scheinbar) steigt ein Unlustgefühl in mir auf.” Kurz darauf wird sogar seine Ahnung bestätigt, da er den Probst bemerkt.

Nun zur Haupthandlung. Strobart will Halle zur Reichsfreiheit verhelfen. Ist dies wirklich sein einziger Wille? Schlummert nicht am Grunde der Seele noch ein unbestimmter Wunsch? Alle Menschen sind mehr oder weniger Egoisten, das zeigen schon ungeschminkt die Kinder. Und der Gewaltige in Halle, welcher der Stadt ihre Macht und ihr Ansehen gab, sollte keine egoistischen Regungen besitzen? Auch er ist Mensch. Seine Herrschergelüste werden von den Kulturpflichten noch ins Unterbewusstsein gedrängt, von wo sie gewaltig nach Erlösung ringen.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2020, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.