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Meng, H. (1932). Aus der Analyse eines Stotterers. Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik, 6(4):164-165.

(1932). Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik, 6(4):164-165

Aus der Analyse eines Stotterers

Heinrich Meng

Ein junger Mann von achtzehn Jahren assoziiert in der zweiten Stunde der Probeanalyse. Er „kaut” die meisten Worte lange, im Munde, macht des öfteren laute Saug- und Lutschbewegungen, dann tritt eine längere Pause im Sprechen ein. Auf die Frage, was er denke, wird er rot. Nach fünf Minuten erklärt er unter verstärktem Stottern, er habe an die Schule gedacht und zwar an einen Begriff, den er nicht auszusprechen wage. Nach langem Zögern und einigem Drängen kommt allmählich „politische Erdkunde”. Er könne aber das Wort nicht öffentlich sagen, weil er sich vor einem Versprechen fürchte. Sobald er den Versuch mache, käme ihm der größte Zweifel, ob er statt „politischer Erdkunde” nicht das Wort „Popo” sagen würde. In eine ganz ähnliche Situation kommt der Patient eine Viertelstunde später, als sich ihm der Begriff „Armee hinter Stacheldraht” aufdrängt. Mit größtem Widerstand entschließt er sich zum Aussprechen und weist darauf hin, daß er deshalb so verwirrt sei und rot würde, weil er fürchte, sich zu versprechen. Das Wort „Hintern” dränge sich ihm dauernd auf.

Der Patient war über psychoanalytische Theorien nicht unterrichtet, hatte auch nie etwas darüber gelesen, wie hochgradig an der Stotterneurose die Anulerotik der frühen Kindheit beteiligt sei.

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