Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To quickly return from a journal’s Table of Contents to the Table of Volumes…

PEP-Web Tip of the Day

You can return with one click from a journal’s Table of Contents (TOC) to the Table of Volumes simply by clicking on “Volume n” at the top of the TOC (where n is the volume number).

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Codet, H. Laforgue, R. (1929). Der „Salavin“ von Georges Duhamel. Almanach der Psychoanalyse, 4:186-201.

(1929). Almanach der Psychoanalyse, 4:186-201

Der „Salavin“ von Georges Duhamel

H. Codet und R. Laforgue

Was die Bedeutung der großen Dichter und großen Künstler begründet, ist die Eignung der Hauptwerke ihrer schöpferisehen Phantasie für uns Leser oder Zuschauer, ob ihres Wirklichkeitswertes das Leben, die Gesellschaft, die ganze Welt zu vertreten und uns hinzureißen, unsere Wißbegierde und unser Mitleiden bis zu eben dem Maße zu steigern, als der Wahrheitscharakter des Werkes reicht. So sind „La Confession de Minuit“, „Les deux Hommes“ und „Le Journal de Salavin“, dieser bewunderungswürdige Romanzyklus, für uns nicht nur eine einfache Konzeption des Geistes, sondern ein so menschlich gelebter Schrei, daß wir der Versuchung nicht widerstehen konnten, ihn für ernst zu nehmen und ihn ganz so zu analysieren, wie wir dies so oft mit den Neurotikern machen, die uns aufsuchen, um durch eine psychoanalytische Behandlung aus ihrer Hölle erlöst zu werden.

Salavin, der Held dieser Romane, erscheint uns nicht wie ein Gespenst ohne Fleisch und Blut; im Gegenteil, wir haben die Sensation eines lebenden Menschen, den wir vermeinen, mit Händen greifen zu können, und was mehr bedeutet, wir haben in ihm einen alten Bekannten getroffen. Diese stille Vertrautheit, die wir mit Salavin fühlen, kommt sie nicht daher, daß wir ihn irgendwo in uns selber finden, mehr oder weniger verborgen, gewiß, auch mehr oder weniger ausgeprägt? Auch diese unnatürliche Sehnsucht, dieser geradezu krankhafte Impuls, das geheiligte Ohr seines Chefs zu berühren, war er nicht eine Art Reproduktion der Erbsünde, eine groteske, karikaturenhafte Reproduktion wohl, aber wenn man es näher erwägt, Reproduktion dennoch? Daher verliert das intime Drama, das Salavin erlebt, den Charakter des obskuren Einzelfalles eines armen, kleinen, verwirrten Bureauangestellten; es wird zur Projektion der großen Tragödie, die die Entwicklung einer jeden menschlichen Seele darstellt, vornehmlich derer, die, in einem Käfig von Erinnerungen gefangen, von Traum und Heimweh nach einer unvergeßlichen Vergangenheit magnetisiert, den Faden nicht abreißen können, der sie mit der Illusion verbindet, die es nicht vermögen, das Paradies ihrer Kindheit hinter sich zu lassen: die mütterliche Liebe, die Mutter.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2020, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.