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Lemma, A. (2006). Die vielen Gesichter des Lügens. Int. Psychoanalyse, 1:54-77.

(2006). Internationale Psychoanalyse, 1:54-77

Die vielen Gesichter des Lügens Language Translation

Alessandra Lemma

Wenn die Lüge nur ein Gesicht hätte wie die Wahrheit, da wäre es nicht so schlimm; denn wir könnten das Gegenteil von dem, was der Lügner sagt, als richtig annehmen; aber die Gegenseite der Wahrheit hat hunderttausend Gesichter und einen unendlich weiten Spielraum.

(Montaigne, Die Essais)

Wieso Lügen?

Es ist kaum zu bezweifeln, daß im Überlebenskampf der Tiere untereinander die besseren Nachahmer und Angeber im Vorteil waren: Die stumpfmundige Raupe, die sich als Ast tarnt, oder der belaubte Meeresdrache des Sargassomeeres, der als Seetang verkleidet die Fische frißt, die den Seetang erbeuten wollen, sind nur zwei Beispiele von vielen Täuschungsstrategien bei Tieren. Eine solche Täuschung ist kein Spiel: Tiere, deren Tarnung nicht funktioniert, überleben nicht. In der Tat beschrieb Darwin vor langer Zeit den Evolutionsvorteil, der sich aus der Fähigkeit zur Täuschung ergibt. Einige vermuten sogar, daß diese Fähigkeit, sich und andere zu täuschen, auch für die Evolution des menschlichen Bewußtseins vorteilhaft gewesen sein könnte (Trivers 1985; Badcock 1995; Smith 2004).

Eine Studie der Lüge führt auf fundamentale existentielle und psychoanalytische Fragen zurück. Die Lüge kann zunächst als eine Bestätigung für unsere Schwierigkeit, sich in Beziehungen Raum zu verschaffen, betrachtet werden. Wir brauchen das Lügen infolge der Existenz des »anderen« (Sartre 1956) oder, wie Jankélévitch meinte, wir brauchen es als Überlebensstrategie in einer Welt der »geheimnisvollen, undurchschaubaren und verschlossenen Geschöpfe« (1945). Jankélévitch bringt mit seiner philosophischen Betrachtungsweise eine analytische Saite zum Schwingen, indem er auf etwas verweist, das wir in analytischen Begriffen als überlebensnotwendige Selbstobjektkonfigurationen bezeichnen würden.

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