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(2008). Brief an die Herausgeber zum Artikel »Projektive Identifizierung«. Int. Psychoanalyse, 3:193-195.

(2008). Internationale Psychoanalyse, 3:193-195

Brief an die Herausgeber zum Artikel »Projektive Identifizierung« Language Translation

Dear Editors,

Ich möchte Dr. Giovanna Goretti (2007) zu ihrem bewundernswerten und kenntnisreichen Überblick über das Konzept der projektiven Identifizierung und zu ihrer ausgezeichneten Auflistung der unterschiedlichen Anwendungsbereiche dieses Konzepts gratulieren. Sie hat dieses umfassende Thema gründlich untersucht und das Konzept und dessen Spannweite von normalen bis hin zu pathologischen Phänomenen sowie seine Entstehung von den frühesten Anfängen bei Klein, Rosenfeld, Bion und anderen genauestens durchdacht. Dabei hat sie vor allem zwei Fragen aufgeworfen: Ist das Konzept in seiner heutigen Form zu breit angelegt und zu umfassend? Und: »Wie viel kann man eigentlich von der Realität erkennen, ohne auf projektive Identifizierung zurückzugreifen?« (S. 190, Hervorh. i. Orig.). Ich möchte versuchen, beide Fragen kurz zu beantworten.

In meinen eigenen Arbeiten zu diesem Thema schlage ich vor, sich bei der Definition der projektiven Identifizierung an Kleins ursprüngliche Auffassung der projektiven Identifizierung als einer intrapsychischen omnipotenten und Teilobjekte einschließenden Phantasie zu halten; für deren intersubjektive (transpersonale, ganzen Objekten geltenden) Manifestationen schlage ich dagegen den Begriff »projektive Transidentifizierung« (Grotstein 2005) vor. Als unbewusste Phantasie dient die projektive Identifizierung dem Mechanismus der intrapsychischen Verschiebung von Teilobjekten in unbewusste Phantasien (also eine >Scheinwelt<), während ihre Funktion bei ganzen Objekten meines Erachtens noch durch einen weiteren Mechanismus ergänzt werden muss, um der unbewussten Kommunikation zwischen zwei realen menschlichen Individuen (ganzen Objekten) zu dienen.

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