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Valdarsky, I.H. (2016). »Leere Existenz« versus »Vernichtungsexistenz«: zur Differenzierung zweier unterschiedlicher Formen primitiver psychischer Zustände. Int. Psychoanalyse, 11:107-132.

(2016). Internationale Psychoanalyse, 11:107-132

»Leere Existenz« versus »Vernichtungsexistenz«: zur Differenzierung zweier unterschiedlicher Formen primitiver psychischer Zustände Language Translation

Irit Hameiri Valdarsky

In diesem Artikel soll eine besondere Form psychischer (Nicht-)Existenz herausgearbeitet werden, die ich als »leere Existenz« (void existence) bezeichne, welche sich qualitativ von den in der psychoanalytischen Literatur vorwiegend untersuchten primitiven seelischen Zuständen, die ich als »Vernichtungsexistenz« (annihilation existence) bezeichne, unterscheidet. Diese phänomenologische Unterscheidung macht es meiner Ansicht nach leichter, extreme Zustände in der analytischen Situation zu erkennen und durchzuarbeiten, die bei Vorherrschen der » leeren Existenz « auftreten. Es ist ein eindimensionales Dasein in einer unendlichen und formlosen Leere, ohne bedeutsame innere Objekte, ohne ein Gefühl für seelische und/oder körperliche Vorgänge und ohne eine lebendige Vorstellung von diesem Seinszustand. Es gibt daher weder Bedrängnis und Angst noch Seelenruhe und Frieden. Man könnte von einem anorganischen Zustand im Organischen sprechen, von einem Nichtlebendigsein im Leben. »Vernichtungsexistenz« hingegen ist eine Existenzweise in einer zwei- oder dreidimensionalen, durchlöcherten Welt mit flachen und partiellen Repräsentationen des Selbst und der Objekte, die von akuter seelischer Not und Vernichtungsangst begleitet ist. Sie ist eine Existenz am Rand des Nichtlebens und der Leere, die ein Gefühl von katastrophischer Bedrohungangesichts der ständig vorhandenen Möglichkeit der Realisierung der Vernichtung mit sich bringt. Beide Seinszustände können in einer neurotischen oder pathologischen Persönlichkeitsstruktur verborgen sein, wobei die Dominanz des einen das Dominieren des jeweils anderen abzuwehren vermag. Ausschnitte aus einem klinischen Fallbeispiel sollen die theoretischen Überlegungen illustrieren.

Im

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