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Freud, S. (1896). ZUR ÄTIOLOGIE DER HYSTERIE. GESAMMELTE WERKE I, 425-459.

Freud, S. (1896). [GWA425a1]ZUR ÄTIOLOGIE DER HYSTERIE. GESAMMELTE WERKE I, 425-459

[GWA425a1]ZUR ÄTIOLOGIE DER HYSTERIE Book Information Previous Up Next Language Translation

Sigm. Freud

[GWA425a2]Meine Herren! Wenn wir daran gehen, uns eine Meinung über die Verursachung eines krankhaften Zustandes wie die Hysterie zu bilden, betreten wir zunächst den Weg der anamnestischen Forschung, indem wir den Kranken oder dessen Umgebung ins Verhör darüber nehmen, auf welche schädlichen Einflüsse sie selbst die Erkrankung an jenen neurotischen Symptomen zurückführen. Was wir so in Erfahrung bringen, ist selbstverständlich durch alle jene Momente verfälscht, die einem Kranken die Erkenntnis des eigenen Zustandes zu verhüllen pflegen, durch seinen Mangel an wissenschaftlichem Verständnis für ätiologische Wirkungen, durch den Fehlschluß des post hoc, ergo propter hoc, durch die Unlust, gewisser Noxen und Traumen zu gedenken oder ihrer Erwähnung zu tun. Wir halten darum bei solcher anamnestischer Forschung an dem Vorsatze fest, den Glauben der Kranken nicht ohne eingehende kritische Prüfung zu dem unserigen zu machen, nicht zuzulassen, daß die Patienten uns unsere wissenschaftliche Meinung über die Ätiologie der Neurose zurechtmachen.

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