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Freud, S. (1913). EIN TRAUM ALS BEWEISMITTEL. GESAMMELTE WERKE: X, 12-22.

Freud, S. (1913). [GWJ12a1]EIN TRAUM ALS BEWEISMITTEL. GESAMMELTE WERKE: X, 12-22

[GWJ12a1]EIN TRAUM ALS BEWEISMITTEL Book Information Previous Up Next Language Translation

Sigm. Freud

[GWJ12a2]Eine Dame, die an Zweifelsucht und Zwangszeremoniell leidet, stellt an ihre Pflegerinnen die Anforderung, von ihnen keinen Moment aus den Augen gelassen zu werden, weil sie sonst zu grübeln beginnen würde, was sie in dem unbewachten Zeitraum Unerlaubtes getan haben mag. Wie sie nun eines Abends auf dem Diwan ausruht, glaubt sie zu bemerken, daß die diensthabende Pflegerin eingeschlafen ist. Sie fragt: Haben Sie mich gesehen?; die Pflegerin fährt auf und antwortet: Ja, gewiß. Die Kranke hat nun Grund zu einem neuen Zweifel und wiederholt nach einer Weile dieselbe Frage. Die Pflegerin beteuert es von neuem; in diesem Augenblicke bringt eine andere Dienerin das Abendessen.

[GWJ12a3]Dies ereignete sich eines Freitag abends. Am nächsten Morgen erzählt die Pflegerin einen Traum, der die Zweifel der Patientin zerstreut.

[GWJ12a4]Traum: Man hat ihr ein Kind gegeben, die Mutter ist abgereist, und sie hat das Kind verloren. Sie fragt unterwegs die Leute auf der Straße, ob sie das Kind gesehen haben. Dann kommt sie an ein großes Wasser, geht über einen schmalen Steg.

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