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PEP-Web Tip of the Day

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Freud, S. (1913). GELEITWORT. GESAMMELTE WERKE: X, 448-450.

Freud, S. (1913). [GWJ448a1]GELEITWORT. GESAMMELTE WERKE: X, 448-450

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[GWJ448a1]GELEITWORT Book Information Previous Up Next Language Translation

Sigm. Freud

[GWJ448a2]zu DIE PSYCHANALYTISCHE METHODE, eine erfahrungswissenschaftlich-systematische Darstellung von Dr. OSKAR PFISTER, Pfarrer und Seminarlehrer in Zürich (Pädagogium, herausgegeben von Prof. Dr. Oskar Messmer, Band I). Julius Klinkhardt Verlag, Leipzig 1913. (Unveränderter Neudruck 1921, dritte, umgearbeitete Auflage 1924.)

[GWJ448a3]Die Psychoanalyse ist auf medizinischem Boden entstanden als ein Heilverfahren zur Behandlung gewisser nervöser Erkrankungen, die man “funktionelle” geheißen hat, und in denen man mit stetig wachsender Sicherheit Erfolge von Störungen des Affektlebens erkannte. Sie erreicht ihre Absicht, die Äußerungen solcher Störungen, die Symptome, aufzuheben, indem sie voraussetzt, dieselben seien nicht die einzig möglichen und endgültigen Ausgänge gewisser psychischer Prozesse, darum die Entwicklungsgeschichte dieser Symptome in der Erinnerung aufdeckt, die ihnen zugrunde liegenden Prozesse auffrischt und sie nun unter ärztlicher Leitung einem günstigeren Ausgang zuführt. Die Psychoanalyse hat sich dieselben therapeutischen Ziele gesetzt wie die hypnotische Behandlung, die sich, von Liébault und Bernheim eingeführt, nach langen und schweren Kämpfen einen Platz in der nervenärztlichen Technik erworben hatte. Aber sie geht weit tiefer auf die Struktur des seelischen Mechanismus ein und sucht dauernde Beeinflussungen und haltbare Veränderungen ihrer Objekte zu erreichen.

[GWJ448a4]Die hypnotische Suggestionsbehandlung hat seinerzeit sehr bald das ärztliche Anwendungsgebiet überschritten und sich in den Dienst der Erziehung jugendlicher Personen gestellt. Wenn wir den Berichten Glauben schenken dürfen, hat sie sich als wirksames Mittel erwiesen zur Beseitigung von Kinderfehlern, störenden körperlichen Gewöhnungen und sonst unreduzierbaren Charakterzügen.

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