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Freud, S. (1916). VI. VORLESUNG: VORAUSSETZUNGEN UND TECHNIK DER DEUTUNG. GESAMMELTE WERKE: XI, 97-110.

Freud, S. (1916). [GWK97a1]VI. VORLESUNG: VORAUSSETZUNGEN UND TECHNIK DER DEUTUNG. GESAMMELTE WERKE: XI, 97-110

[GWK97a1]VI. VORLESUNG: VORAUSSETZUNGEN UND TECHNIK DER DEUTUNG Book Information Previous Up Next

Sigm. Freud

[GWK97a2]Meine Damen und Herren! Also wir bedürfen eines neuen Weges, einer Methode, um in der Erforschung des Traumes von der Stelle zu kommen. Ich mache Ihnen nun einen naheliegenden Vorschlag. Nehmen wir als Voraussetzung für alles Weitere an, daß der Traum kein somatisches, sondern ein psychisches Phänomen ist. Was das bedeutet, wissen Sie, aber was berechtigt uns zu dieser Annahme? Nichts, aber wir sind auch nicht gehindert, sie zu machen. Die Sache liegt so: Wenn der Traum ein somatisches Phänomen ist, geht er uns nichts an; er kann uns nur unter der Voraussetzung, daß er ein seelisches Phänomen ist, interessieren. Wir arbeiten also unter der Voraussetzung, er sei es wirklich, um zu sehen, was dabei herauskommt. Das Ergebnis unserer Arbeit wird darüber entscheiden, ob wir an der Annahme festhalten und sie nun ihrerseits als ein Resultat vertreten dürfen. Was wollen wir denn eigentlich erreichen, wozu arbeiten wir? Wir wollen, was man in der Wissenschaft überhaupt anstrebt, ein Verständnis der Phänomene, die Herstellung eines Zusammenhanges zwischen ihnen, und in letzter Ferne, wo es möglich ist, eine Erweiterung unserer Macht über sie.

[GWK97a3]Wir setzen also die Arbeit unter der Annahme fort, daß der Traum ein psychisches Phänomen ist.

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