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Freud, S. (1916). IX. VORLESUNG: DIE TRAUMZENSUR. GESAMMELTE WERKE: XI, 136-149.

Freud, S. (1916). [GWK136a1]IX. VORLESUNG: DIE TRAUMZENSUR. GESAMMELTE WERKE: XI, 136-149

[GWK136a1]IX. VORLESUNG: DIE TRAUMZENSUR Book Information Previous Up Next

Sigm. Freud

[GWK136a2]Meine Damen und Herren! Entstehung, Wesen und Funktion des Traumes haben wir aus dem Studium der Kinderträume kennen gelernt. Die Träume sind Beseitigungen schlafstörender (psychischer) Reize auf dem Wege der halluzinierten Befriedigung. Von den Träumen der Erwachsenen haben wir allerdings nur eine Gruppe aufklären können, jene, die wir als Träume von infantilem Typus bezeichnet haben. Was es mit den anderen ist, wissen wir noch nicht, aber wir verstehen sie auch nicht. Wir haben vorläufig ein Resultat gewonnen, dessen Bedeutung wir nicht unterschätzen wollen. Jedesmal, wenn uns ein Traum voll verständlich ist, erweist er sich als eine halluzinierte Wunscherfüllung. Dies Zusammentreffen kann nicht zufällig und nicht gleichgültig sein.

[GWK136a3]Von einem Traum anderer Art nehmen wir auf Grund verschiedener Überlegungen und in Analogie zur Auffassung der Fehlleistungen an, daß er ein entstellter Ersatz für einen unbekannten Inhalt ist und erst auf diesen zurückgeführt werden muß. Die Untersuchung, das Verständnis dieser Traumentstellung ist nun unsere nächste Aufgabe.

[GWK136a4]Die Traumentstellung ist dasjenige, was uns den Traum fremdartig und unverständlich erscheinen läßt. Wir wollen mehrerlei von ihr wissen: erstens, wovon sie herrührt, ihren Dynamismus, zweitens, was sie macht, und endlich, wie sie es macht.

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