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Robitsek, A. (1925). Bemerkungen zu einem Gedicht Liliencrons. Imago, 11(3):352-353.

(1925). Imago, 11(3):352-353

Bemerkungen zu einem Gedicht Liliencrons

Alfred Robitsek

Unüberwindlicher Widerwille

Dein Auge hat gesprochen

Ich blicke dir bis auf den Grund,

Und wie deine Blutwellen krochen

Verrät mir leise dein Mund.

Du möchtest mich wütend umfassen

Und mir das Leben nicht lassen,

Heimlich ward schnell es mir kund.

Auch du hast es gleich gelesen,

Ich brauchte keine List,

Wie bis zum Kern dein Wesen

Mir tief zuwider ist.

Ich mochte dich tödlich umarmen

Und schriest du zu Gott um Erbarmen,

Ich ließe dir keine Frist.

Auf Erden zum ersten Male

Haben wir heut uns gesehn,

Und aus der Gesellschaft im Saale

Erregt durch den Garten wir gehn.

Wir hasten durch Hecken und Flieder,

Wir hasten auf und nieder,

Und bleiben plötzlich stehn.

Nun sollst du mir Rede sagen,

Was trittst du in meinen Kreis,

Wie kannst du zu leben wagen,

Was machst du mir kalt und heiß.

Nicht Raum hat die Welt für uns beide,

Das Mordzeug heraus aus der Scheide,

Ich zittr' im Fieberschweiß.“

Wie konntest du dich erfrechen,

Und gabst mir Gruß und Wort,

Ich will dich zusammenstechen,

Das Gras, das dich auffängt, verdorrt.

Wir haben schon, eh wir geboren,

Uns Feindschaft und Fehde geschworen,

Jahrtausende wälzten sie fort.“

Sein Messer durchzischt meine Lippen,

Ich habe nicht lang mehr gelacht.

Ihm senk ich den Dolch in die Rippen,

Schon grüßt ihn die ewige Nacht.

Und wie wir rasen und ringen

Und blitzend die Waffen springen,

Bin aus dem Traum ich erwacht.

Das Gedicht dürfte die dichterische Gestaltung eines wirklich geträumten Traumes sein und der Ausdruck eines starken und stark verdrängten homosexuellen Zuges im Wesen des Dichters, Die Affektverkehrung infolge der Verdrängung gibt sich als „unüberwindlicher Widerwille“ kund, aber der latente erotische Sinn ist doch zu fühlen.

Die erste Strophe spricht nicht die Sprache des Hasses, sondern die der Leidenschaft; der Ton, die Farbe ist erotisch.

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