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Robitsek, A. (1925). Der Kotillon: Ein Beitrag zur Sexualsymbolik. Imago, 11(4):421-459.

(1925). Imago, 11(4):421-459

Der Kotillon: Ein Beitrag zur Sexualsymbolik

Alfred Robitsek

Die gesellschaftliche Sitte ist das Produkt einer langen Kulturentwicklung im Sinne der Triebverdrängung; die Formen, die den gesellschaftlichen Verkehr zwischen den Geschlechtern bestimmen, sind Resultat der Sexualverdrängung. Man kann diesen Prozeß demjenigen vergleichen, welcher der Zwangsneurose und ihrem Zeremoniell zugrunde liegt: diese entsteht durch die Verschiebung des Affektes von einem Wesentlichen auf ein Nebensächliches, das durch diesen Vorgang seine Bedeutung und den Zwangscharakter erhält, während das Wesentliche affektentkleidet und vergessen wird. Ähnlich können wir uns die Entstehung des gesellschaftlichen Zeremoniells vorstellen: ein langer Kulturprozeß verschiebt einen Teil des Affektes vom Wesentlichen, das jedes Verhältnis zwischen den Geschlechtern bestimmt, der Sexualität, auf ein Nebensächliches, das erst geschaffen wird, das Zeremoniell, die Sitte, deren strenge Einhaltung von der Gesellschaft erzwungen wird. Die „Amnesie“ besteht bei diesem gesellschaftspsychologischen Prozeß darin, daß sich der gesellschaftliche Verkehr offiziell so abspielt, als gäbe es keine Sexualität. Es scheint, als hätte diese Verdrängung ihren Tiefstand erreicht und wäre im Zurückgehen begriffen. Der Verkehr der Jugend ist ein freierer, natürlicherer geworden, doch offiziell verpönt die Sitte jede Anspielung auf die geschlechtlichen Beziehungen. Eine strenge Zensur herrscht, ein jeder ist Zensor. Wie die Inzestverdrängung die Familie ermöglicht, ein Vorgang, der, wie die Psychoanalysen zeigen, noch immer, fluktuierend ist, so beruht die gesellschaftliche Sitte auf der Sexualverdrängung.

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