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Wulff, M. (1929). Zur Psychologie der Kinderlaunen. Imago, 15(2):263-282.
    

(1929). Imago, 15(2):263-282

Zur Psychologie der Kinderlaunen

M. Wulff

Eine psychologische Untersuchung der Erscheinung, die gewöhnlich „Laune“ genannt wird, sollte eigentlich zu Anfang eine genaue Definition ihres Gegenstandes bringen, um so mehr, als es im gegebenen Falle manchmal gar nicht so leicht ist zu entscheiden, ob man ein Verhalten als „Laune“ bezeichnen soll oder nicht. Aber gerade deshalb ziehen wir es vor, zunächst eine Beschreibung von Tatsachen zu geben, ihre Merkmale und ihr Wesen an Hand des dargebotenen Materials und seiner Analyse festzustellen und dann erst den begrifflichen Inhalt der Erscheinung „Laune“ genauer zu definieren. Wir wollen deshalb mit einer einfachen Beschreibung eines Falles von Laune anfangen.

Eine meiner Patientinnen, eine junge Frau, sitzt abends beim Teetisch mit ihrem Mann, ihrem Bruder und einem von allen sehr geschätzten Freund, als der Mann — ein Staatsbeamter — ein Paket mit geheimen Dienstpapieren durch einen Boten zugestellt bekommt. Obwohl sie gewöhnlich sehr wenig Interesse für die Angelegenheiten ihres Mannes zeigt, äußert sie diesmal den Wunsch, den Inhalt der Papiere zu erfahren. Der Mann weigert sich aber ihr das Kuvert zu geben, mit der Begründung, daß er dienstliche Geheimnisse niemandem mitteilen darf. Die Frau will die Einwände des Mannes nicht billigen, sie protestiert, besteht auf ihrer Forderung und gerät in Aufregung, da der Mann ihr nicht nachgibt. Die Anwesenden geben dem Manne recht — und das regt die Frau noch mehr auf. Die Angelegenheit wird zu ihren Ungunsten entschieden, sie bekommt die Papiere nicht zu lesen, ärgert sich deswegen, fühlt sich beleidigt und enttäuscht.

Gleich nach dem Streit geht die kleine Gesellschaft zu Verwandten der Frau, wo, einer Verabredung zufolge, ein Arzt alle gegen Pocken impfen soll, da in der Stadt gerade eine schwere Pockenepidemie herrscht. Im Hause der Verwandten trafen sie zufällig viele Gäste an, so daß es unmöglich war, die Impfung vorzunehmen.

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