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Hitschmann, E. (1913). I. Gesteigertes Triebleben und Zwangsneurose bei einem Kinde. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(1):61-68.

(1913). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(1):61-68

Mitteilungen

I. Gesteigertes Triebleben und Zwangsneurose bei einem Kinde

Eduard Hitschmann

Freud hat in der letzten Zeit auf die Analogien im Denken und Fühlen dur Zwangsneurotiker und der Wilden hingewiesen. Gleicht der Wilde in gewissen Geboten, Verboten und manchen Zeremoniellen, aber auch psychologisch, so besonders durch Ambivalenz der Gefühlsregungen dem Zwangsneurotiker, so ist es vielleicht Dicht ganz ein Paradoxon, daß der Zwangsneurotiker einmal auch, ein „Wilder“ gewesen sei, und diese Voraussetzung wird wohl am ehesten in seiner Kindheit zu finden sein. So muß ein Fall wertvoll sein, der sich durch die objektiven Daten direkter Kinderbeobachtung auszeichnet und das Triebleben ausführlich schildert.

Es handelt sich um einen an Zwangssymptomen leidenden Knaben, der mit 13 Jahren für kurze Zeit wegen Rückschritt im Studiengang in psychische Behandlung kam. Die Erscheinungen bestanden: in Beriihrungsverboten, wobei über „schmutzig oder sauber“ erwogen wurde, Berührungsgeboten („was er einmal berühre, müsse er achtmal berühren; was er mit der Linken berühre, müsse er mit der Hechten berühren“); in Zwangs zeremoniell beim Zubettgehen; Zwangshemmungen und Zwangskopfbewegungen etc. — Der Knabe ist von einem grausam-hoshaften, tyrannischen Wesen, insbesondere gegen seinen jüngeren Bruder, trotzig — er konnte aus Trotz tagelang hungern und auf jedes Vergnügen verzichten, — und neigt zu Wut an fällen, in denen er im Gesicht verändert aussieht und jedes Exzesses fähig wird.

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