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Sadger, J. (1913). III. Freudsche Mechanismen bei Hebbel. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(2):165-168.

(1913). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(2):165-168

III. Freudsche Mechanismen bei Hebbel

J. Sadger

An anderem Orte führte ich schon aus, wie tief Friedrich Hebbel in das Wesen des Unbewußten und seine Beziehungen zum künstlerischen und genialen Schaffen, sowie endlich zum Traumleben eingedrungen ist. Hier will ich sein nicht geringes Wissen von allerlei neurotischen Zuständen und deren Zusammenhängen mit der Sexualität eingehender beleuchten.

Daß Hebbel hiefür um so viel größeres Interesse zeigte, als irgend ein anderer Poet vor ihm, mag wohl darin seine Erklärung finden, daß er nicht nur selber an einer Reihe von Phobien litt, sondern schon seit der Kindheit ein beständiger Grübler und Sinnierer war. Er, der schon in seiner Werdezeit „sich stündlich mit sich selbst duellierte“ und einmal schrieb: „Ach, der Mensch, der über sich selbst eine Viertelstunde nachdenken kann, ohne verrückt zu werden, ist eine Null!“, der ins Tagebuch hinwarf: „Der erste Mensch hätte aus Furcht vor dem Tode auch einen Selbstmord begehen können“ und „Die Natur ist dem Menschen dafür eine Entschädigung schuldig, daß sie ihn mit dem Gedanken des Todes beladen hat“, der war auch der richtige Mann dafür, den psychoneurotischen Problemen an den Leib zu rücken. Denn „wer über sich selbst schreibt, sagt gewiß die Wahrheit, entweder mit Absicht oder unbewußt“.

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