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Marcinowski (1913). III. Die moralischen Wertschätzungsurteile als Hindernis in der psychischen Behandlung. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(4):344-350.

(1913). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(4):344-350

III. Die moralischen Wertschätzungsurteile als Hindernis in der psychischen Behandlung

Marcinowski

Es ist offensichtlich, daß wir in der Psychotherapie, will sagen bei der Untersuchung des Seelenlebens eines Kranken, kein größeres Hindernis kennen, als die moralischen Bewertungen derjenigen Tatsachen, die wir als Untersuchungsbefunde aus den Patienten herausholen sollen. Dazu kommt, daß die Patienten augenscheinlich dazu drängen müssen, in ein persönliches Verhältnis zum Arzt zu gelangen. Es liegt ihnen an seiner persönlichen Wertschätzung ungemein viel, einmal, weil sie glauben, daß sein persönliches Interesse dazu notwendig sei, um das erwünschte Maß von sachlichem Interesse für ihre Fälle aufzubringen, und zweitens, weil der nervöse Kranke stets in der Rolle des Kindes lebt und am Arzt und seiner Umgebung — hier im Sanatorium der Ehefrau und der Oberin — diejenigen Gefühlseinstellungen neu zu erleben trachtet, die der Kranke als Kind an den Autoritäten des Elternhauses erlebt hat und nun auf die jeweilige Umgebung gesetzmäßig überträgt.

Genau wie das Kind will der Nervöse vor allem geliebt werden — nicht lieben, und darum reagiert er mit Heftigkeit und persönlich gefärbtem Affekt, wenn er auf eine Tatsache stößt, die ihm eine Verweigerung des Liebesbeweises bedeutet. Auf ihn ist all sein Sinnen und Trachten eingestellt. Das Selbstgefühl des Kranken kommt hier in Frage, und um so mehr, je deutlicher Vorstellungen des Zweifels an dem eigenen Persönlichkeitswert vorliegen. Darum stellt er lauter Situationen her, aus denen er sich Liebesbeweise in Form von Beweisen des persönlichen Interesses, womöglich des Anderen Vorgezogenwerdens holt; dies will er sich erzwingen. Oder er baut sich aus dem Unbewußten heraus die Gelegenheiten so auf, daß sie ihm stets zu einem Beweis werden, wie man ihn ungerechterweise zurücksetzte.

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