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Tip: To review The Language of Psycho-Analysis…

PEP-Web Tip of the Day

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Freud, S. (1913). 1. Zwei Kinderlügen. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(4):359-362.

(1913). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(4):359-362

Mitteilungen: Beiträge: I. Aus dem infantilen Seelenleben

1. Zwei Kinderlügen

Sigm. Freud

Es ist begreiflich, daß Kinder lügen, wenn sie damit die Lügen der Erwachsenen nachahmen. Aber eine Anzahl von Lügen von gut geratenen Kindern haben eine besondere Bedeutung und sollten die Erzieher nachdenklich machen anstatt sie zu erbittern. Sie erfolgen unter dem Einfluß überstarker Liebesmotive und werden verhängnisvoll, wenn sie ein Mißverständnis zwischen dem Kinde und der von ihm geliebten Person herbeiführen.

I

Das 7jährige Mädchen (im zweiten Schuljahr) hat vom Vater Geld verlangt, um Farben zum Bemalen von Ostereiern zu kaufen. Der Vater hat es abgeschlagen mit der Begründung, er habe kein Geld. Kurz darauf verlangt es vom Vater Geld, um zu einem Kranz für die verstorbene Landesfürstin beizusteuern. Jedes der Schulkinder soll 50 Pfennige bringen. Der Vater gibt ihr 10 Mark; sie bezahlt ihren Beitrag, legt dem Vater 9 Mark auf den Schreibtisch und hat für die übrigen 50 Pfennige Farben gekauft, die sie im Spielschrank verbirgt. Bei Tische fragt der Vater argwöhnisch, was sie mit den fehlenden 50 Pfennig gemacht, und ob sie dafür nicht doch Farben gekauft hat. Sie leugnet es, aber der um 2 Jahre ältere Bruder, mit dem gemeinsam sie die Eier bemalen wollte, verrät sie; die Farben werden im Schrank gefunden. Der erzürnte Vater überläßt die Missetäterin der Mutter zur Züchtigung, die sehr energisch ausfällt. Die Mutter ist nachher selbst erschüttert, als sie merkt, wie sehr das Kind verzweifelt ist. Sie liebkost es nach der Züchtigung, geht mit ihm spazieren, um es zu trösten. Aber die Wirkungen dieses Erlebnisses, von der Patientin selbst als „Wendepunkt“ ihrer Jugend bezeichnet, erweisen sich als unaufhebbar. Sie war bis dahin ein wildes, zuversichtliches Kind, sie wird von da an scheu und zaghaft. In ihrer Brautzeit gerät sie in eine ihr selbst unverständliche Wut, als die Mutter ihr die Möbel und Aussteuer besorgt. Es schwebt ihr vor, es ist doch ihr Geld, dafür darf kein anderer etwas kaufen.

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