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v. Hug-Hellmuth (1913). 5. Ein weibliches Gegenstück. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(4):371-372.

(1913). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(4):371-372

5. Ein weibliches Gegenstück

v. Hug-Hellmuth

zu dem oben angeführten Knaben beobachtete ich vor mehreren Jahren in einer Sommerfrische.

Ein etwa vierjähriges Mädchen von aufgewecktem Aussehen speiste mit seiner Familie in der Veranda des Gasthofes zu Mittag. Zwei Touristen nahmen am benachbarten Tische Platz und sofort eröffnete die Kleine ein regelrechtes Kokettieren. Sowie sie sah, daß der Herr, dem ihre Avancen galten, ihr zulächelte, eilte sie zu ihm, kletterte auf seinen Schoß und war weder im Guten noch Strengen zu bewegen, an den Tisch ihrer Mutter zurückzukehren. Vielmehr ließ sie sich von dem fremden Herrn füttern, streichelte seinen Bart und gab ihm schließlich zur Belustigung der Tischgesellschaft feurige Küsse auf Mund und Wangen. Als die beiden Herren sich zum Aufbruch rüsteten, gebärdete sich das Kind wie toll, klammerte sich an den von ihr Ausgezeichneten und mußte endlich unter Schreien und Toben von ihrer Mutter aus der Veranda getragen werden. „Ich will nicht, ich will nicht; ich will bei dem Herrn bleiben“, war der Refrain ihrer Klagen. Am Nachmittag (einem Sonntag) schlich die Kleine wiederholt zwischen den Gästen herum, offenbar in der Meinung, der Tourist sei noch anwesend.

Charakteristisch war die Nachwirkung des kurzen Liebesspiels am nächsten Tag. Statt wie gewöhnlich am Tisch der Familie Platz zu nehmen, trug das Mädchen Teller, Serviette und Glas zu dem Tisch, an welchem tags zuvor die beiden Herren gesessen, und verzehrte dort ihr Mittagsmahl. Dabei lehnte sie sich, offenbar unbewußt, mit dem Ausdrucke größter Zärtlichkeit in den Sessel zurück unter leisen Monologen, deren Wortlaut leider nicht zu den Ohren der Mittagsgäste gelangte. Aber niemandem unter ihnen war die ausgesprochen sexuelle Note des kindlichen Verhaltens, sowohl am Tage der Begegnung des Kindes mit dem Touristen, wie im Nachspiele entgangen. Der beteiligte Herr, den die Zutraulichkeit des Mädchens anfangs belustigt hatte, schien später offenkundig peinlich berührt von dem erotischen Gebahren desselben.

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