Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To bookmark an article…

PEP-Web Tip of the Day

Want to save an article in your browser’s Bookmarks for quick access? Press Ctrl + D and a dialogue box will open asking how you want to save it.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Eder, M.D. (1913). III. Das Stottern eine Psychoneurose und seine Behandlung durch die Psychoanalyse. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(6):547-555.

(1913). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 1(6):547-555

III. Das Stottern eine Psychoneurose und seine Behandlung durch die Psychoanalyse

M. D. Eder

Geheimnisse sind störend und man soll sie vermeiden, lassen Sie mich daher gleich zu Beginn erwähnen, daß unter Psycho-Neurose hier ein Leiden zu verstehen ist, bei dem eine Störung der sexuellen Funktion in Freuds Sinn die führende Rolle spielt:

Die Verdrängung gewisser Gedankenrichtungen aus dem Bewußtsein bildet den Hauptfaktor beim Stottern; die Verzögerung des Kehlkopf- und Mundmechanismus geht zurück auf den Wunsch, nicht zu sprechen, der unbewußt bleibend mit Gedankenrichtungen, die zum praktischen Ausdruck drängen, in Konflikt gerat. Mancher Normale stottert in gewissen Situationen, zum Beispiel, wenn er irgend eines Gedankens beschuldigt wird, mit dem er gespielt hat, ohne es sich selbst einzugestehen, — hieher gehört die schwere und stammelnde Antwort des Mädchens, wenn man um sie wirbt; ein Zeuge vor Gericht stottert, wenn seine Antwort ihn selbst oder andere belasten kann, — er will etwas verbergen. Das ist die gewöhnliche Lage, in der der Stotterer sich findet. Er hat etwas zu verbergen und muß befürchten, daß seine Worte ihn bloßstellen; denn die gestotterte Redo verbirgt die Gedanken nicht genug, er würde lieber überhaupt nicht sprechen, Die momentane Verzögerung gewährt dem Stotterer einen Vorteil, denn sie bewahrt ihn davor, mit seinem ersten Gedanken sozusagen herauszuplatzen. Er macht jedesmal ein Jungsches Woitassoziationsexperiment durch. Der Gewohnheitsstotterer fühlt instinktiv, daß ihm aus seinem Gebrechen Vorteile entstehen; in der Schule kann sein Versagen dem Sprachfehler anstatt seiner Unwissenheit zugeschrieben werden, während der Lehrer aus Ungeduld oft beim Ausfragen einen stotternden Knaben übergehen wird; als Zeuge gewinnt der Gewohnheitsstotlerer Zeit, seine Antwort vorzubereiten.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2020, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.