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von Hug-Hellmuth, H. (1914). Ferdinand Altmüller: Über die Entwicklung der Seele des Kindes. Blüten aus dem Garten der Kindheit. Neu herausgegeben von Dr. Karl Wilker. 114. Heft der „Beiträge zur Kinderforschung und Heilerziehung“. Beihefte zur „Zeitschrift für Kinderforschung“ herausgegeben von I. Trüper. Langensalza, H. Beyer u. Söhne.. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 2(6):524.
    

(1914). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 2(6):524

Ferdinand Altmüller: Über die Entwicklung der Seele des Kindes. Blüten aus dem Garten der Kindheit. Neu herausgegeben von Dr. Karl Wilker. 114. Heft der „Beiträge zur Kinderforschung und Heilerziehung“. Beihefte zur „Zeitschrift für Kinderforschung“ herausgegeben von I. Trüper. Langensalza, H. Beyer u. Söhne.

Review by:
H. von Hug-Hellmuth

In der Vorrede bemerkt Wilker, daß dem strengen Sinn der Kirche gemäß Altmüller (1824-1880), der ihrem Schoße angehörte, die wichtige Frage der sexuellen Erziehung vollständig unberührt läßt. Hierin liegt die wenn auch durch die Lebensumstände des Verfassers entschuldbare Hauptschwäche des Buches. Vielleicht verbirgt die blumenreiche pastorale Sprache manch gesundes Ahnen, das Altmüller weder aus seiner geschwisterreichen Kindheit noch als Vater mehrerer Söhne gefehlt haben mag. Sicher aber müssen wir die feine Beobachtungsgabe anerkennen, die Altmüller vor ungefähr vor einem halben Jahrhundert, Gedanken über die Entwicklung der kindlichen Seele aussprechen läßt, welche wir in den Werken der modernen Kinderforschung zu lesen gewohnt sind. Insbesondere muten uns die Aus-sprüche über die Sprach- und die Willensentwicklung, das Kinderspiel, die Lüge und die psychologische Bedeutung des Schreiens und Weinens im frühen Säuglingsalter wie Ansichten von Pädologen unserer Zeit an. Wenn auch Altmüller, wie schon bemerkt, der kindlichen Sexualität keine Erwähnung tut, so scheint er doch in der Bemerkung über die Sünde vielleicht halb unbewußt auf solche verbotene Regungen hinzudeuten; er schreibt (pag. 99-100): „Es ist nicht und kann nicht die Rede davon sein, daß die Kinder offene Neigung verraten zu groben Sünden, die aus dem Herzen Größerer und Erwachsener hervorgehen, wie Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei und Gottesverachtung.

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