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Klein, M. (1920). Aus dem infantilen Seelenleben: 1. Der Familienroman in statu nascendi. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(2):151-155.

(1920). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(2):151-155

Mitteilungen: Aus dem infantilen Leben

Aus dem infantilen Seelenleben: 1. Der Familienroman in statu nascendi

Melanie Klein

Da die kleine Begebenheit, über die ich in der Folge berichten will, nur durch den Zusammenhang mit der Vorgeschichte ihren Sinn erhält, muß ich in Kürze zuerst über die vorhergehende Entwicklung Mitteilung machen.

Mein nun fünfjähriger Sohn Erich, ein gesundes, kräftiges Kind, hat sich auch geistig normal, aber etwas langsam entwickelt. Er hatte erst mit zwei Jahren zu sprechen begonnen, und war schon über dreieinhalb Jahre alt, als er sich zusammenhängend ausdrücken konnte. Besonders bemerkenswerte Aussprüche, wie man sie mitunter bei veranlagten Kindern schon sehr zeitlich hört, waren aber auch dann nicht zu verzeichnen. Trotzdem aber rief er doch, sowohl in seinem Aussehen wie in seinem Wesen den Eindruck eines geweckten und gescheiten Kindes hervor. Sehr langsam machte er sich einzelne Begriffe zu eigen. Er war schon über vier Jahre alt, als er erlernt hatte, die Farben zu unterscheiden, und fast viereinhalb, als ihm die Begriffe „gestern, heute, morgen“ klar geworden waren. In praktischen Dingen, also was die Entwicklung seines Wirklichkeitssinnes betrifft, war er entschieden hinter anderen Kindern seines Alters zurück. Auffallend war dagegen sein Gedächtnis — er erinnerte und erinnert sich verhältnismäßig sehr weit zurückliegender Dinge mit allen Einzelheiten —, und Begriffe oder Tatsachen, die ihm einmal klar geworden, hat er sich gründlich zu eigen gemacht. Gefragt hat er im allgemeinen nicht weniger aber auch nicht mehr als normal. Im Alter von ungefähr viereinhalb Jahren setzte eine etwas schnellere geistige Entwicklung und auch stärkere Fragelust ein.

Es war vor Ostern und er hatte viel Schönes vom Osterhasen gehört. Das schien ihm sehr zu gefallen, und als er mich fragte, ob es wirklich einen Osterhasen gibt — und ich es verneinte —, nahm er das sichtlich nur ungern zur Kenntnis. Er kam noch einigemal auf diese Frage zurück, und bei einer solchen Gelegenheit wollte er mir die Existenz des Osterhasen damit beweisen, daß die S.-Kinder (die Kinder der Hausfrau, die seine Spielgefährten sind) einen wirklichen Osterhasen besitzen.

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