Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To open articles without exiting the current webpage…

PEP-Web Tip of the Day

To open articles without exiting your current search or webpage, press Ctrl + Left Mouse Button while hovering over the desired link. It will open in a new Tab in your internet browser.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Friedjung, J.K. (1920). 5. Weckträume. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(4):345-347.

(1920). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(4):345-347

5. Weckträume

Josef K. Friedjung

Die Fähigkeit mancher Menschen, zu jeder beliebigen Zeit zu erwachen, ist ein ebenso fesselndes, wie vorläufig unklares seelisches Vermögen. Die Annahme, unser im Schlafe fortarbeitendes, waches Unterbewußtsein sei im stande, den Zeitaublauf zu kontrollieren, ist natürlich keine Erklärung, sondern nur eine Umschreibung des Tatbestandes. Ich habe keine Kenntnis darüber, wie die Dinge bei anderen Menschen dieser Art liegen, und möchte nur einige Selbstbeobachtungen mitteilen, da mir jene Fähigkeit in hohem Maße eignet.

Die Sache liegt nicht so, daß es sich dabei etwa um schlechte Schläfer handelt, die überhaupt oft, also auch leicht zu der gewünschten Zeit erwachen. Ich bin vielmehr ein sehr guter Schläfer, der zu jeder beliebigen Zeit einzuschlafen fähig ist. Mein Schlaf ist aber nicht tief: ich erwache bei einem differenten Geräusch fast unfehlbar und bin sofort vollständig orientiert.

Zur gewohnten Zeit oder zu einer ungewohnten, aber gewünschten erwache ich zuverlässig, meist ganz automatisch. Meine Fähigkeit, rasch einzuschlafen, und meine Zuversicht, pünktlich zu erwachen, geht so weit, daß ich, wenn ich um 15, 10 ja 5 Minuten zu früh erwache, mich nochmals schlafen legen kann, sicher, im richtigen Augenblick zu erwachen.

Zuweilen aber versagt die Automatie, die Gefahr, nicht rechtzeitig zu erwachen, rückt nahe, und da stellt der Wecktraum zur rechten Zeit sich ein. Es ist das zumeist dann der Fall, wenn die natürlichen Voraussetzungen zum Verschlafen gegeben sind: große Ermüdung, zu kurze Schlafenszeit. Scheinbar wollen sich diese Träume der Freud schen Regel, Wächter des Schlafes zu sein, nicht fügen, da sie ja anscheinend den Zweck, sicher den Erfolg haben, den Schlaf zu unterbrechen. Und dennoch sind sie Wächter meines Schlafes: dank ihnen kann ich meinen Schlaf bis an die letzten zulässigen Grenzen ausdehnen.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.