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Fenichel, O. (1925). Zur Klinik des Strafbedürfnisses: Vortrag auf dem IX. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in Homburg, September 1925. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 11(4):469-487.

(1925). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 11(4):469-487

Zur Klinik des Strafbedürfnisses: Vortrag auf dem IX. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in Homburg, September 1925

Otto Fenichel

I

Seit es durch Freuds Werk „Das Ich und das Es“ ermöglicht wurde, tiefer in die Psychologie des Ichs einzudringen, steht diese im Mittelpunkt des psychoanalytischen Interesses. Insbesondere ist es die Psychologie der Schuldgefühle, die wegen ihrer hervorragenden klinischen und theoretischen Bedeutung besondere Beachtung findet. Die Bedeutung der Schuldgefühle ist ja nicht erst in jüngster Vergangenheit erkannt worden. Abgesehen von der Rolle, die das bewußte Schuldgefühl in manifesten neurotischen Krankheitsbildern spielt, kann auch die Verdrängungslehre Freuds nichts anderes als eine Art Schuldgefühl als Kriterium für die Entscheidungen der verdrängenden Instanz gemeint haben; in der Beschreibung der Reaktionsbildungen der Zwangsneurotiker, in der Auffassung, daß jedes Symptom neben dem verdrängten Triebanspruch auch der verdrängenden Macht Genüge tut, war bereits der Gedanke der Selbstbestrafung enthalten.

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