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Fenichel, O. (1928). Über organlibidinöse Begleiterscheinungen der Triebabwehr: Vortrag auf dem X. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß zu. Innsbruck am 3. September 1927. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(1):45-64.

(1928). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(1):45-64

Über organlibidinöse Begleiterscheinungen der Triebabwehr: Vortrag auf dem X. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß zu. Innsbruck am 3. September 1927

Otto Fenichel

I

Das Gebiet der organischen Begleiterscheinungen der Triebkonflikte des seelischen Apparates, dessen Bearbeitung von Ferenczi in seinen „Pathoneurosen“ so vielversprechend begonnen worden ist [10], dieses Grenzgebiet zwischen Physiologie und Psychoanalyse, das nicht direkt, sondern nur indirekt Gegenstand psychoanalytischer Untersuchungen werden kann, ist noch allzu wenig durchforscht. Bei seiner Erörterung geht es ohne noch unsichere Vermutungen nicht ab; sollte sich aber der heuristische Wert der hauptsächlich von Freud [17, 19] und Ferenczi [10] geäußerten Annahmen über die Organlibido bestätigen, so sind sie als erster Versuch, sich in einem dunklen Gebiet zurechtzufinden, gewiß gerechtfertigt.

Beginnen wir unsere Untersuchungen mit der Feststellung des merkwürdigen und, so viel ich weiß, von den Physiologen noch nicht genügend durchforschten Tatbestandes, daß die meisten sonst gesunden Menschen zumindest unseres Kulturkreises in stärkerem oder geringerem Maße im Tonus ihrer Muskulatur ein merkwürdiges Verhalten zeigen. Wenn sie im Alltagsleben ihre Aufmerksamkeit nicht auf den Zustand ihrer Muskulatur gerichtet haben, so befindet sich diese in einem — graduell an verschiedenen Muskelgruppen und -individuen sehr verschiedenen — Hypertonus, der gelegentlich bis zu starrer Rigidität gehen kann. Bei Bewegungen werden nicht nur unnötige Muskelgruppen herangezogen (Mitbewegungen), sondern es wird mit unnötigen Intensitäten und in unzweckmäßiger Weise innerviert. Im Ruhezustand neigt man ev.

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