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Nunberg, H. (1928). Probleme der Therapie. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(4):441-457.

(1928). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(4):441-457

Probleme der Therapie

H. Nunberg

Das Bedürfnis nach einer Technik der Psychoanalyse, d. h. nach einer exakten Anleitung, wie psychisch Kranke zu behandeln sind, ist selbstverständlich. Dieses Bedürfnis war immer vorhanden, im Laufe der Jahre steigerte es sich aber dermaßen, daß es eine Reihe von Verfahren hervorbrachte, die nur gewissenhaft befolgt werden müßten, um einen sicheren Erfolg zu erzielen. Der Mißerfolg, zu welchem alle diese Verfahren im vorhinein verurteilt sind, beruht, glaube ich, auf der Einseitigkeit und gewissermaßen vorgefaßten Meinung, mit welchen an den Kranken herangetreten wird. Es ist gewiß naheliegend, eine wirkliche oder vermeintliche Entdeckung zu überschätzen und in der Therapie gleich auszunützen.

Jung fielen am meisten die mythologischen Gebilde auf, und nun glaubt er, daß die menschliche Seele ein Mythos sei. Adler fand Minderwertigkeitsgefühle und glaubt, daß der Mensch aus lauter Minderwertigkeitsgefühlen besteht. Rank stellt sich die Neurose als Reaktion auf die Geburtsangst vor. Reik und Alexander sind der Meinung, daß das wichtigste treibende Motiv der Neurose die Strafe ist. Reich stützt sich auf die Charakterveränderungen, die bei den Reaktionsbildungen der Zwangsneurose vorkommen, glaubt, daß der Charakter aus lauter Widerständen besteht, und will nun von einer einzelnen sogenannten Charaktereigenschaft aus die ganze Analyse aufrollen. Abgesehen davon, daß alle diese Entdeckungen keine Neuentdeckungen sind, daß sie längst im psychoanalytischen Lehrgebäude ihren richtigen Platz gefunden haben, ist ein so komplizierter Apparat, wie die menschliche Seele, von einem einzigen Punkte aus überhaupt nicht in Bewegung zu setzen.

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