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Mack-Brunswick, R. (1928). Die Analyse eines Eifersuchtswahnes. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(4):458-507.

(1928). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(4):458-507

Die Analyse eines Eifersuchtswahnes

Ruth Mack-Brunswick

I Einleitung

Die Patientin, mit der sich diese Arbeit beschäftigt, kam nach Untersuchung auf der Psychiatrischen Klinik mit der Diagnose Eifersuchtsparanoia zu mir. Ich bringe im folgenden ihre klinische und ihre analytische Krankengeschichte, um dann parallel mit dem Verlauf der Analyse die theoretischen Probleme zu erörtern, die sich aus ihr ergeben. Eine Beurteilung der diagnostischen und prognostischen Probleme möchte ich vorläufig noch aufgeschoben wissen.

Eine wüste Eifersuchtsszene, Selbstmorddrohungen und ein ernsthafter Suizidversuch auf der Polizeiwachstube hatten die Patientin zur Beobachtung auf die Psychiatrische Klinik gebracht. Von dort wäre sie trotz aller Dissimulationsversuche in die Irrenanstalt gekommen, wenn ihr Mann sie nicht auf ihr Drängen schließlich auf eigene Verantwortung wieder nach Hause genommen hätte. Nach ihrer Heimkehr erkrankte sie an einer Mastoiditis. Bei der Behandlung wurde sie dem Internisten der Ohrenklinik durch ihr Benehmen auffällig. Ihre psychiatrische Vorgeschichte kam zur Sprache, und da sie beim Befragen nicht völlig unzugänglich schien, schickte sie der Internist zu mir.

Sie war eine kleine, kümmerlich entwickelte, intelligente und nicht ganz reizlose Proletarierfrau, der man ihre dreißig Jahre nicht angesehen hätte. Ihr Benehmen war schüchtern, ihr Wesen scheu und mißtrauisch. Sie hatte sich offenbar nur auf starkes Zureden hin entschlossen, zu mir zu kommen. Sie war aber nicht schwer dazu zu bewegen, sich aufs Sofa zu legen und wurde dann allmählich viel zutraulicher. In der ersten Stunde brachte sie die Vorgeschichte und Beschreibung ihrer Symptome, die ich hier folgen lasse.

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