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van Ophuijsen, J. (1929). Das Sexualziel des gewalttätigen Sadismus. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(2-3):154-159.

(1929). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(2-3):154-159

Das Sexualziel des gewalttätigen Sadismus

J. H. W. van Ophuijsen

Im folgenden möchte ich in aller Kürze formulieren, was ich früher über das Sexualziel des gewalttätigen Sadismus auseinandergesetzt habe.

Man kann am Sadismus zweierlei Sexualziele unterscheiden: das Objekt gewalttätig behandeln (zerstören, beherrschen) oder: es besudeln. (Das Besudeln mit ätzenden Substanzen kann vielleicht als Zwischenform betrachtet werden.) Im allgemeinen wird angenommen, daß die Absicht der sadistischen Gewalttätigkeit die ist: dem Objekt (körperliches und/oder seelisches) Leid (Schmerz, Erniedrigung) zuzufügen, weil die Wahrnehmung davon Lust, bzw. Befriedigung (Orgasmus) erzeugt. Ebenso wird allgemein angenommen, daß der Masochist sich dasjenige wünscht, was der Sadist seinem Objekt antun möchte. Ähnliches soll für die sadistische und die masochistische Phantasie gelten. Es nötigen diese Auffassungen dazu, — auch abgesehen von Aktivität und Passivität, — im Sadismus und im Masochismus Gegenstücke zu erblicken und von Sadomasochismus, von aktiver und passiver sexueller Grausamkeit, von aktiver und passiver Algolagnie zu sprechen.

Einzelne Beobachter bestreiten mehr oder weniger energisch diese Auffassungen. Einerseits verneint Magnus Hirschfeld auf Grund seiner Erfahrung, daß man den Namen Algolagnie auf den Masochismus anwenden darf, weil der richtige Masochist die auf ihn angewandten Reize nur als Lust empfindet und diese aufhört, sobald jene ihm Schmerzen verursachen. Andrerseits bezweifeln Moll und Federn, daß Grausamkeit, d. h.

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