Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To search for text within the article you are viewing…

PEP-Web Tip of the Day

You can use the search tool of your web browser to perform an additional search within the current article (the one you are viewing). Simply press Ctrl + F on a Windows computer, or Command + F if you are using an Apple computer.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Stärcke, A. (1929). Das Gewissen und die Wiederholung. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(2-3):222-230.

(1929). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(2-3):222-230

Das Gewissen und die Wiederholung

August Stärcke

§ 1. Zu den mißlichsten, am wenigsten zugänglichen und für uns Psychiater rätselhaftesten Erscheinungen gehört das Halluzinieren. Wir werden nie etwas davon verstehen, wenn wir nicht annehmen, daß jedermann fortwährend halluziniert, diese halluzinierten Bilder jedoch durch die grellen Projektionen der Sinnesorgane überschattet werden, wie das Sternenlicht am Tage. Es bleibt dann das Problem: Durch welche Kraft sind die Halluzinationen bei einzelnen Personen so resistent, daß sie sich inmitten der Sinnesempfindungen behaupten? Das wäre möglich a) durch Abblendung der Sinnesreize, z. B. durch Narzißmus, b) durch besondere Intensität der Kraft oder der Kräfte, die sich in die Halluzinationen ergießen.

Ad b) Auf halluzinierte Befehle können Personen angegriffen oder kann Selbstmord verübt werden, ohne daß irgendeine logische Einwendung etwas dagegen vermöchte. Die Stimmen bringen oft ein Schuldgefühl zum Ausdruck, äußern Vorwürfe oder Beschimpfungen, wie sie das Gewissen hätte äußern können, und die halluzinierten Befehle werden daraufhin mit der Kraft und der moralischen Satisfaktion des Pflichtgefühles ausgeführt. Es scheint, daß das Gewissen zur treibenden Kraft der Halluzinationen zumindest einen wichtigen Beitrag liefert. Daß die halluzinierten Befehle so oft antisozial gerichtet sind, während man sonst dem Gewissen eine prosoziale Rolle zuschreibt, läßt sich nicht ohne weiteres aus der These erklären, Halluzinationen und Gewissen seien beide Nachwirkungen des Ödipuskomplexes oder der ersten Objektbindungen überhaupt.

Auf den folgenden Seiten wird der Versuch unternommen, einige Einsichten Freuds über das Gewissen auf anderen Wegen erneut zu begründen und damit eine weitere Brücke zu schlagen von Freud zu Semon, bzw. zu Pawlow, vielleicht auch den Ansichten Freuds — und sei es nur in Anwendung seiner eigenen Grundsätze — hie und da etwas Neues hinzuzufügen.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.