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Bonaparte, M. Hollitscher, M. (1929). Die Identifizierung einer Tochter mit ihrer verstorbenen Mutter. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(4):481-500.

(1929). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(4):481-500

KASUISTISCHE BEITRÄGE

Die Identifizierung einer Tochter mit ihrer verstorbenen Mutter

Marie Bonaparte und Aus dem Französischen übertragen von Mathilde Hollitscher

I) Die Storchhalluzination

Als ich vier Jahre alt war, kehrten wir im September von unserem Sommeraufenthalt an der See nach Paris zurück; am zweitnächsten Morgen überfiel mich beim Erwachen ganz plötzlich ein heftiger Blutsturz. Der Arzt konstatierte eine „Lungenentzündung“ mit sehr starker Verschleimung der Lungenflügel und fand meinen Zustand so ernst, daß er am Abend erklärte, ich würde die Nacht sicherlich nicht überleben. Die Mutter meines Vaters, die mich aufzog, — meine Mutter war nach meiner Geburt gestorben, — berief daraufhin meinen Vater, der sich damals auf einer Reise durch die Balkanländer befand, telegraphisch zurück.

Aber ich überstand die Nacht und erwachte am nächsten Morgen wieder; mein Vater fand bei seiner Rückkehr sein einziges Kind am Leben und nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im Süden war ich vollkommen wiederhergestellt.

Ich habe an diesen Blutsturz gar keine Erinnerung bewahrt, obwohl meine frühesten Erinnerungen über mein viertes Lebensjahr hinausreichen; ich wußte während meiner ganzen Kindheit überhaupt nichts davon, daß ich jemals Blut gehustet hätte. Meine Großmutter, die älteren Frauen, die mich betreuten, und auch unser in veralteten Anschauungen befangener Arzt umgaben mich mit übertriebener Sorgfalt: sie behüteten mich vor jedem Luftzug, ließen mich im Winter nicht ausgehen und untersagten mir sogar, meine Hände mit kaltem Wasser zu waschen. „Man muß nur bedenken, was vorgefallen ist,“ flüsterte einer dem anderen zu, „wenn es nur nicht so wird, wie mit ihrer Mutter!“ Aber niemand sprach von dem, was eigentlich vorgefallen war, weder zu den Außenstehenden, aus Angst, man könne mich für „lungenkrank“ halten, noch zu mir, um mich nicht „zu erschrecken“.

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