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Harsch, H.E. (1990). Ammen und Kinderfrauen: Zugang zum Trauma einer Patientin durch ein literarisches Werk. Jahrb. Psychoanal., 26:102-131.

(1990). Jahrbuch der Psychoanalyse, 26:102-131

Ammen und Kinderfrauen: Zugang zum Trauma einer Patientin durch ein literarisches Werk

Herta E. Harsch

Frau B. war 62 Jahre alt, als sie zu mir in Behandlung kam. Sie arbeitete seit vier Jahren an einer Dissertation über die „Diabolischen Geschichten“ („Les Diaboliques“) von Jules Barbey d'Aurevilly (1874), einer Sammlung von sechs Novellen. Anlaß zur Behandlungsaufnahme bei mir war unter anderem eine Arbeitsstörung, die es ihr unmöglich machte, die Dissertation niederzuschreiben. Über die Einfälle der Patientin zu den Novellen und ihre Identifizierungen mit den literarischen Gestalten erhielt ich wesentliche Anstöße, den zentralen Konflikt der Patientin aufzuspüren und zu verstehen. In den Novellen und bei Frau B. ging es um eine gespaltene Mutterimago, deren Integration nicht gelungen war. Im literarischen Werk von Barbey fand sich der entscheidende Hinweis auf die gemeinsame traumatische Ursache für die gespaltene innere Selbstund Objektwelt: Es war das infantile Schicksal, mit der leiblichen Mutter und einer Amme oder Kinderfrau aufzuwachsen, mit zwei unintegrierbaren mütterlichen Objekten. Durch Barbeys Werk wurde meine Aufmerksamkeit auf diese traditionelle Kindheitssituation gelenkt, die sich bei meiner Patientin als ein kumulatives infantiles Trauma herausstellte.

Bei der Durchsicht der Literatur fiel mir auf, daß das Schicksal eines Kindes, das in den ersten Lebensjahren von zwei Müttern betreut wird, in der Psychoanalyse kaum Beachtung gefunden hat. Bei Freud, bei seinen Kindern, bei seinen Patienten, ja bei den meisten Analytikern und Patienten seiner Zeit bestand das Doppelverhältnis von Mutter und Amme, wurde aber wissenschaftlich ignoriert.

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