Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: Books are sorted alphabetically…

PEP-Web Tip of the Day

The list of books available on PEP Web is sorted alphabetically, with the exception of Freud’s Collected Works, Glossaries, and Dictionaries. You can find this list in the Books Section.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Freud, S. (1910). Beiträge zur Psychologie des Liebeslehens: I. Über einen besonderen Typus der Objektwahl beim Manne. Jahrbuch für psychoanalytische und psychopathologische Forschung, 2(2):389-397.

(1910). Jahrbuch für psychoanalytische und psychopathologische Forschung, 2(2):389-397

Beiträge zur Psychologie des Liebeslehens: I. Über einen besonderen Typus der Objektwahl beim Manne

Sigm. Freud

Wir haben es bisher den Dichtern überlassen, uns zu schildern, nach welchen „Liebesbedingungen“ die Menschen ihre Objektwahl treffen, und wie sie die Anforderungen ihrer Phantasie mit der Wirklichkeit in Einklang bringen. Die Dichter verfügen auch über manche Eigenschaften, welche sie zur Lösung einer solchen Aufgabe befähigen, vor allem über die Feinfühligkeit für die Wahrnehmung verborgener Seelenregungen bei anderen und den Mut, ihr eigenes Unbewußtes laut werden zu lassen. Aber der Erkenntniswert ihrer Mitteilungen wird durch einen Umstand herabgesetzt. Die Dichter sind an die Bedingung gebunden, intellektuelle und ästhetische Lust sowie bestimmte Gefühlswirkungen zu erzielen, und darum können sie den Stoff der Realität nicht unverändert darstellen, sondern müssen Teilstücke desselben isolieren, störende Zusammenhänge auflösen, das Ganze mildern und Fehlendes ersetzen. Es sind dies Vorrechte der sogenannten „poetischen Freiheit“. Auch können sie nur wenig Interesse für die Herkunft und Entwicklung solcher seelischer Zustände äußern, die sie als fertige beschreiben. Somit wird es doch unvermeidlich, daß die Wissenschaft mit plumperen Händen und zu geringerem Lustgewinne sich mit denselben Materien beschäftige, an deren dichterischer Bearbeitung sich die Menschen seit Tausenden von Jahren erfreuen. Diese Bemerkungen mögen zur Rechtfertigung einer streng wissenschaftlichen Bearbeitung auch des menschlichen Liebeslebens dienen.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.