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Federn, P. (1988). Zur Psychologie der Revolution: Die vaterlose Gesellschaft. Luzifer-Amor, 1(2):13-33.

(1988). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 1(2):13-33

Zur Psychologie der Revolution: Die vaterlose Gesellschaft

Paul Federn

Man kann die Gesellschaftsordnung und ihre Umwandlung als ein technisches Problem der Organisation oder als politisches Problem behandeln, das heißt die Frage stellen, welche Interessen und Machtfaktoren miteinander kämpfen und welche Mittel jedem speziellen Interesse und Machtfaktor dienen. In diesem Falle wird man zu jeder ursächlichen Erklärung die seelischen Vorgänge mitberücksichtigen müssen. Meine Untersuchung soll nun solche seelische Vorgänge bloßlegen, von denen der Politiker selbst zunächst nichts oder sehr wenig weiß, weil sie den Menschen überhaupt unbewußt geblieben sind, bis sie eine bestimmte Methode der Seelenforschung unserem Wissen zugänglich gemacht hat.

Diese Methode war die von Freud geschaffene Psychoanalyse. In vielen Untersuchungen am Einzelmenschen wurden psychische Gesetzmäßigkeiten gefunden, die hier auf ein Problem der Massenpsychologie angewendet werden sollen. Als Gewinn für die Allgemeinheit erstrebt diese Arbeit, daß durch die gewonnene psychologische Erkenntnis tiefere, schuldfreie Motive an die Stelle von unrichtigen, den Gegner herabsetzenden Auffassungen treten.

Unsere Gesellschaftsordnung hat lange, für den Sozialisten unterträglich lange, Formen und Rechte aus vergangenen Jahrhunderten beibehalten. Während des Krieges wurde der Zwang dieser Ordnung enorm gesteigert und erstreckte sich, wie nie zuvor, auf alle geistigen Betätigungen und alle Lebensbedürfnisse. Die Untertanen ertrugen diesen Druck mit zerquälter Seele nur darum, weil sie ihn ebenso wie die materiellen Entbehrungen als vorübergehende Erscheinung der Kriegsnot ansahen und keinen anderen Weg zur Wiedergewinnung der nationalen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit erblickten. Auf diese ungeheuerliche Steigerung der handgreiflichen Gewalten des Staates, Verwaltung und Justiz mit Militär und Polizei folgte der jähe Zusammenbruch aller staatlicher Autoritäten und dieselben Menschen, die so lange sich ruhig dem Zwange angepaßt hatten, sind plötzlich unersättlich, lüstern geworden nach einer Erneuerung und verlangen ein eiliges Tempo der Revolution.

Die Bewegung hat in Rußland und Deutschland ihre ersten Führer überrannt.

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