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Elrod, N. (1990). 40 Jahre danach - Reflexionen über die Ichpsychologie Paul Federns. Luzifer-Amor, 3(5):137-152.

(1990). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 3(5):137-152

40 Jahre danach - Reflexionen über die Ichpsychologie Paul Federns

Norman Elrod

Freud … warnte uns oft, nicht dogmatisch zu werden und nicht die Komplikationen von Erscheinungen und die Vermischungen von Mechanismen zu übersehen.

Paul Federn (1943, S. 130)

… wie weit wir eigentlich kommen, wenn wir mit der Libidotheorie Ernst machen, das zu finden, wird weitere Aufgabe der Psychoanalyse und Biologie sein. Es ist heuristisch verlockend, die Transponierung weit zu treiben; dies ist aber nur so weit von wissenschaftlichem Werte, als Tatsachen bekannt wurden, die derzeit keine bessere Erklärung finden können.

Paul Federn (1936, S. 327)

Für das Neue besteht noch keine narzißtische Besetzung, es sei denn, wie z.B. gegenüber einem gewinnenden Vortragenden, die aktuelle Identifizierung gelänge sofort. Sonst braucht das Neue seine Zeit, um vom Ichgefühl des Aufnehmenden einerseits, als Objektbesetzung andererseits Libido zu erhalten. Dann erst ist das Real-Ich imstande, kritisch zu unterscheiden, ob die gegebene Wirklichkeitserfassung eine richtige war. Einfacher ausgedrückt: Dem Neuen gegenüber gibt es kein Verstehen ohne Einfühlung; sonst läßt es das Vorurteil eben beim alten!

Paul Federn (1929, S. 301-302)

Am 4. Mai 1950 starb im 78. Lebensjahr Paul Federn - nicht in seiner Heimatstadt Wien, sondern in New York City - als einer der vielen Österreicher, die nach Beginn der staatlichen Nazifizierung ihres Landes im März 1938 geflohen waren, um dem nationalsozialistischen Terror zu entkommen. Wer Paul Federn war und welche Stellung er in der psychoanalytischen Bewegung einnahm, haben schon einige beschrieben - wenn auch noch nicht wirklich tiefschürfend -, so daß ich mich in dieser Abhandlung ganz auf das Thema „Sprache und Subjekt bei Paul Federn“ konzentrieren möchte.

Soweit ich sehe, war Paul Federn kein besonderer Vorläufer der Psycholinguistik oder Soziolinguistik, ja der psychoanalytischen Linguistik, wie z.B. sein Lehrer Sigmund Freud.

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