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Hermanns, L.M. (1994). Karl Abraham und die Anfänge der Berliner Psychoanalytischen Vereinigung. Luzifer-Amor, 7(13):30-40.

(1994). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 7(13):30-40

Karl Abraham und die Anfänge der Berliner Psychoanalytischen Vereinigung

Ludger M. Hermanns

Zusammenfassung

Die Gruppenmitglieder betreiben Psychoanalyse im Stile einer Privatwissenschaft ohne Bindung an die Universität, beziehen die Patienten aus ihrer Privatpraxis oder vereinzelt aus Privatanstalten, Sanatorien, Polikliniken etc. Sie haben teil an den fortgeschrittenen, z.T. kulturrevolutionären Bewegungen jener Zeit, z.B. denen zur Entkriminalisierung der Homosexualität, für Strafrechtsreform, Sexualbefreiung, Gleichstellung der Frauen, Monismus u.a. Diese Identifikationen scheinen oft stabiler zu sein als das Einlassen auf die Psychoanalyse. So verläßt z.B. die Pazifistin Helene Stöcker nach dem 1. Weltkrieg enttäuscht den Kreis der Psychoanalytiker, nachdem sie die Kriegsbegeisterung der Analytiker hatte miterleben müssen (Stöcker 1991, S. 184). Die Psychoanalytiker sind großteils in ihrer Gruppenbindung zur Berliner Ärzteschaft in Außenseiterpositionen und akademisch isoliert (so scheitert auch Abrahams Habilitationsplan an der Berliner Universität).6 Die Gruppe selbst konsolidiert sich, als die allerersten Mitglieder nach und nach ausscheiden bzw. gegen die jüngeren schrittweise in die Minderheit geraten. Dazu trägt die Abgrenzung gegen die Sexualwissenschaft (Hirschfeld), quasi einer der frühesten Paten, sowie die Jungschen Theorien entscheidend bei.

Als konstitutiv für den Stil der Gruppensitzungen und den Geist der Gruppe wird immer wieder die auf Abraham zurückgehende stark klinische Orientierung hervorgehoben. Michael Balint, Melanie Klein, Alix Strachey und Edward Glover haben aus eigenem Erleben allerdings Anfang der 20er Jahre Abrahams überragende Stellung in der Gruppe gewürdigt. Mit einer Erinnerung von Edward Glover aus dieser Zeit will ich schließen: „Als Gast der Berliner Psychoanalytischen Gesellschaft konnte ich das Geschick beobachten, mit dem er (Abraham) als Vorsitzender die Diskussionen einer Sammelgruppe leitete, die alle Augenblicke unversehens zu einem wilden Getümmel oftmals widerstreitender Ideen zu explodieren pflegte: Abraham führte ein über das andere Mal die Streitenden wieder zu der Notwendigkeit zurück, klinische Maßstäbe an ihre spekulativen Abhandlungen anzulegen“ (Glover, S. 13 in: E/A. 1965).

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