Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To quickly return to the issue’s Table of Contents from an article…

PEP-Web Tip of the Day

You can go back to to the issue’s Table of Contents in one click by clicking on the article title in the article view. What’s more, it will take you to the specific place in the TOC where the article appears.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Will, H. (1995). War Groddeck ein Nazi? Ein Beitrag zum Verhältnis von Psychoanalyse und Politik. Luzifer-Amor, 8(16):7-21.

(1995). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 8(16):7-21

I AUFSÄTZE

War Groddeck ein Nazi? Ein Beitrag zum Verhältnis von Psychoanalyse und Politik

Herbert Will

Vor einigen Jahren veröffentlichte Anne Polzer (1991) zwei Passagen aus Georg Groddecks Buch Nasamecu. Natura sanat, medicus curat (1913), in denen dieser grob rassistische Ansichten geäußert hatte. Sie meinte, diese Passagen seien unglaublich in ihrer Aussage, und unverständlich angesichts seines übrigen Werkes, das von Toleranz und philosophischer Tiefe geprägt sei. Zuvor hatte es in Frankreich einen Skandal um ebendiese Sätze aus Nasamecu gegeben. Das Buch sollte neu herausgegeben werden, und die Herausgeberin Catherine Clément erlaubte sich, die inkriminierten Stellen aus dem Text zu entfernen, um sie mit einem empörten Kommentar im Anhang abzudrucken, was einige öffentliche Erregung hervorrief (Lewinter 1980 a, 1980 b, L'ARC 1980, Lalive d'Epinay 1983, Israel 1983, Chemouni 1984). Zwei Jahre später wurde gerichtlich verfügt, daß diese Ausgabe von Nasamecu wegen der manipulativen Textveränderung zurückgezogen werden müßte. Seit Carl und Sylva Grossmans Biographie The Wild Analyst. The Life and Work of Georg Groddeck (1965) ist zudem die Frage aufgeworfen, wie Groddeck es auf seine alten Tage mit Hitler und dem Nazismus gehalten habe (Balint 1965, Grotjahn 1966, 1971, Will 1987). Er soll mit Hitler korrespondiert und Pläne entwickelt haben, ganz Deutschland vom Krebs zu befreien. Müssen wir, fragt Polzer, unser Bild von Groddeck, dem Arzt, Psychoanalytiker und Pionier der Psychosomatischen Medizin revidieren? Vertrat er, wie Israel sagte (1983), die schlimmste rassistische und faschistische Ideologie? Oder ist es unangemessen, wie Lewinter meinte (1980 a), ihn des Rassismus zu zeihen; war er vielmehr antinazistisch und unfähig, sich in eine repressive politische Ordnung einzufügen?

Groddeck erlebt seit Jahren in Europa eine bemerkenswerte Renaissance.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.