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PEP-Web Tip of the Day

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Cremerius, J. (1997). Karl Abraham, Freuds Sündenbock und „Führer zur Wahrheitsforschung“. Luzifer-Amor, 10(20):64-80.

(1997). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 10(20):64-80

Karl Abraham1, Freuds Sündenbock und „Führer zur Wahrheitsforschung“2

Johannes Cremerius

Die Beziehungsgeschichte Freud-Abraham ist dadurch gekennzeichnet, daß zwischen ihm und Freud stets ein anderer Freud-Schüler steht, einer jener Lieblingsschüler, mit dem Freud durch starke Gefühle verbunden ist. Der erste dieser Art ist von 1907 bis 1912 C. G. Jung, der zweite, 15 Jahre später, Otto Rank. Ferenczi, der auch hierhin gehört, erwähne ich nicht, weil seine Geschichte mit Freud erst nach dem Tode Abrahams in die dramatische Schlußphase eintritt (Cremerius, 1997). Jeder der beiden zeigt irgendwann Zeichen von Abweichung von Freuds Lehre, was Abraham als Wächter derselben auf den Plan ruft. Dadurch entsteht ein kompliziertes Beziehungsdreieck zwischen Freud, Abraham und dem jeweiligen Lieblingsjünger. Aufgrund der Freud nicht bewußten Zuneigung zu dem einen oder dem anderen, wehrt sich etwas in ihm gegen Abrahams Angriffe gegen den Lieblingsschüler. Er empfindet sie als unbegründet und zerstörerisch. In einem Akt der Verkehrung der Ursache-Wirkung-Folge ins Gegenteil lastet er Abraham die Schuld für die durch die Streitigkeiten entstehenden Gefährdungen der Psychoanalytischen Bewegung an. Die Apostaten liebt und schützt er, den Verteidiger seiner Lehre macht er zum Sündenbock. Wenn irgendwann die Beweise für die Apostasie des Einen oder des Anderen offenkundig werden, trennt er sich von dem Betreffenden und rehabilitiert Abraham. Bis es aber zu einer letzten Ablösung von dem jeweiligen Liebesobjekt kommt, schwankt er eine Zeitlang zwischen Ablehnung und Zuneigung, zwischen Hoffen und Enttäuschung hin und her. Bringt ihn aber einer der beiden dazu, daß er sich betrogen und verraten fühlt, verwandelt sich seine Liebe in Haß.

I Das Dreieck Freud-Jung-Abraham

Die erste Begegnung zwischen Freud und Abraham im Dezember 1907 - der 31jährige Facharzt für Psychiatrie ist auf dem Wege von Zürich nach Berlin, wo er eine psychoanalytische Praxis eröffnen will - enthält bereits im Kern die Schwierigkeiten, die sich später zwischen Freud, Jung und ihm zeigen werden. Jung, Abrahams vormaliger Oberarzt am Burghölzli in Zürich, hatte ihn bei Freud als wenig sympathisch angesagt.

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