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von Petersdorff, C. (1997). Der frühe Tod des Giovanni Segantini und des Karl Abraham. Luzifer-Amor, 10(20):132-150.

(1997). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 10(20):132-150

Der frühe Tod des Giovanni Segantini und des Karl Abraham

Christa von Petersdorff

Am 14. Februar 1909 schreibt der Berliner Psychoanalytiker Karl Abraham, Schüler und Freund von Sigmund Freud, an seinen Lehrer in Wien: „Lieber Herr Professor, … Seit einiger Zeit fesselt mich noch ein anderes Thema sehr - das wäre eine psychoanalytische Studie über Giovanni Segantini, dessen Persönlichkeit und Werke sich erst mit Hilfe der Sexualtheorie verstehen lassen. Ich würde auch darüber gern mündlich sprechen. Es ist erstaunlich, welche Rolle hier die Sublimierung der Partialtriebe, die Verdrängung der Inzestphantasie, die Übertragung auf nicht-menschliche Objekte etc. spielen.“

Als Abraham ihn in einem Brief vom 14.12.1910 um Verständnis für die Verzögerung wegen Segantinis (!) großen Widerständen gegenüber der Psychoanalyse bittet, antwortet Freud am 20.1.1911: “Lieber Freund, Ihr Segantini ist hochwillkommen. Sein Platz ist folgender: In kürzester Zeit erscheint die Übersetzung von Jones’ Hamlet, dann zwei Monate später eine Arbeit eines Züricher Juristen über den Vatermord und dann Ihr Segantini […]."

Karl Abraham ist mit seiner Segantini-Studie einer der ersten von Freuds Schülern, der die „Angewandten“ um eine psychoanalytische Studie bereichert.

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