Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To sort articles by year…

PEP-Web Tip of the Day

After you perform a search, you can sort the articles by Year. This will rearrange the results of your search chronologically, displaying the earliest published articles first. This feature is useful to trace the development of a specific psychoanalytic concept through time.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Neubaur, C. (2000). Sprachverwirrung um die Jahrtausendwende. Schwierigkeiten des Verstehens der transgenerationellen und transkulturellen Probleme in der Psychoanalyse. Mitteleuropäische Psychoanalytische Vereinigungen. 6.-9. April 2000, Budapest, Hotel Geliert. Luzifer-Amor, 13(26):164-169.

(2000). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 13(26):164-169

IV BERICHTE ÜBER TAGUNGEN UND FORSCHUNGSPROJEKTE: Lernt Sprachen!

Sprachverwirrung um die Jahrtausendwende. Schwierigkeiten des Verstehens der transgenerationellen und transkulturellen Probleme in der Psychoanalyse. Mitteleuropäische Psychoanalytische Vereinigungen. 6.-9. April 2000, Budapest, Hotel Geliert

Caroline Neubaur

Budapest haben wir zuletzt in Gloomy Sunday gesehen, ein Film, der nicht nur die hohe Selbstmordrate der Ungarn, sondern auch die wenig fröhliche Geschichte der Stadt ins Bild rückte. In dieser Stadt gab es zwei Generationen Glanzzeit, vor 1850 war nichts, nach 1918 nur noch viel zu groß geratene Gebäude, Puszta und Dörfer, kein Potential um so eine Stadt am Laufen zu halten. Die Gebäude sprechen überwiegend die heute zumindest in Ungarn ausgestorbene Sprache nationaler Rhetorik. Mit Sprachen hat dieses Volk, dessen Sprache niemand versteht, Erfahrung. Franz Fühmann notiert in seinem Budapester Tagebuch: „Die ungarische Übersetzungskultur ist bewundernswert; Nachdichtungsarbeit gehört zum selbstverständlichen Werk eines ungarischen Lyrikers.“ Für sie gilt nur in eingeschränktem Maße Wittgensteins „furchtbares Wort“: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Allerdings haben laut Fühmann auch die Ungarn per Sprache die probate Methode praktiziert, den inneren Gegner mit dem verhaßten äußeren Feind gleichzusetzen: Kruzitürken sei eine Zusammenziehung von Kuruzen und Türken.

Einzig die Sprache, die Grammatik macht uns zum Menschen. Insbesondere Zukunftsformen wie das vollendete Futur (das wird geschehen sein, wenn …) eröffnen uns innere Möglichkeiten zur Reflexion und Selbstbeobachtung, meint der holländische Psychoanalytiker Bien Filet und findet es in diesem Zusammenhang aufschlußreich, daß der beliebte Schlager „Que sera sera“ aus den späten fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach dem Einmarsch der russischen Truppen in Ungarn von der Kommunistischen Partei mit der Begründung verboten wurde, daß die Zukunft der marxistischen Lehre zufolge keineswegs ungewiß sei.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2021, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.