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Lockot, R. (2001). Von den Anfängen der Psychoanalyse in Ostdeutschland bis zu ihrer ideologischen Vernichtung in der DDR in den 50er Jahren. Luzifer-Amor, 14(27):7-35.

(2001). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 14(27):7-35

I AUFSÄTZE

Von den Anfängen der Psychoanalyse in Ostdeutschland bis zu ihrer ideologischen Vernichtung in der DDR in den 50er Jahren1

Regine Lockot

Zusammenfassung

Die Psychoanalyserezeption begann um die Jahrhundertwende in Jena im Umfeld von Otto Binswanger, stagnierte da jedoch als kathartische Methode. Aus Ungarn brachte Therese Benedek ihre psychoanalytische Kultur zur Begründung der „Leipziger Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft“ mit. Neben diesen Kreisen gab es einzelne Pioniere der Psychoanalyse wie den Nervenarzt Georg Wanke, der Freudsches Denken mit Spinozas Philosophie verband, Arnold Stegmann und die sozialdemokratische Politikerin Margarete Stegmann, den „Fürsorgearzt“ Ulrich Vollrath und die Kindertherapeutin Milla von Prosch. Auch Ehrig Wartegg war von der Psychoanalyse tief beeinflußt. Die enge Verbindung der Psychoanalyse als geistige Strömung, die auch mit der Literatur verbunden war, spiegelte sich besonders bei Alfred Döblin und Arnold Zweig wider. Franz Baumeyer und Gerhard Scheunert kapitulierten vor den politischen Behinderungen ihrer psychoanalytischen Arbeit und verließen die DDR. Herbert Weigel kapitulierte vor den ökonomischen Einschränkungen, die psychoanalytisches Arbeiten mit sich gebracht hätte. Für seine fünfköpfige Familie zog er die Sicherheit eines Angestellten der Stadt Leipzig vor. Hollitscher, Mette und Müller-Hegemann, alle drei kritisch zum Nationalsozialismus eingestellt, unterschätzten die Beschädigung der Psychoanalyse während des Nationalsozialismus und rezipierten sie nur oberflächlich. Damit fiel ihnen eine Distanzierung von ihr leichter. Die Psychoanalytiker Kemper, Mette, Baumeyer übernahmen nach dem Krieg im Osten gesundheitspolitische Aufgaben. Schultz-Hencke, der eine Verbindung Pawlowscher Ideen mit seiner Neoanalyse antizipierte, dominierte. Gänzlich auf sich gestellt, tief mit der praktischen Psychoanalyse verbunden, hielt Beerholdt an der Psychoanalyse fest und vermittelte sie in „Ausbildungsanalysen“. Die stalinistische Ideologisierung diffamierte die Psychoanalyse zum Zweck der ideologischen Formierung des Ostblocks. Ein letzter, in ideologischem Gewand ausgetragener Ablösungskampf des Ostens, wurde zwischen Müller-Hegemann und seinem ehemaligen Lehranalytiker Schultz-Hencke ausgefochten. Damit konstituierte sich ein hochambivalentes Verhältnis zur Psychoanalyse zwischen Bewahren und Zerstören, das in die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren Eingang fand.

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