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Horn, M. (2001). Freudlos? Teure Träume: Das Beispiel Arnold Zweig. Luzifer-Amor, 14(27):72-91.

(2001). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 14(27):72-91

Freudlos? Teure Träume1: Das Beispiel Arnold Zweig

Maren Horn

Zusammenfassung

Als es dem Schriftsteller Franz Fühmann Anfang der achtziger Jahre nach zähem Ringen und mühsamen Kampf gelang, die Veröffentlichung von Schriften Freuds durchzusetzen, schien kaum noch jemand zu wissen, daß sich Jahrzehnte vorher ebenfalls ein Schriftsteller in der DDR für Sigmund Freud und die Psychoanalyse engagiert hatte, der sogar eng mit ihm befreundet gewesen war. Arnold Zweigs Bemühungen, den ostdeutschen Menschen einen breiten Zugang zur Psychoanalyse Sigmund Freuds zu ermöglichen, schlugen weitgehend fehl. Auch und gerade weil Zweig von den Verlagen stets abschlägige Reaktionen auf seine Publikationsvorschläge von Texten mit psychoanalytischer Thematik erhielt, nutzte er seine literarischen Texte, publizistischen Arbeiten und öffentlichen Auftritte, um dem verehrten Analytiker und Kulturphilosophen Sigmund Freud seine Hochachtung zu erweisen. Mit dem 1962 veröffentlichten Roman „Traum ist teuer“ setzte Zweig Sigmund Freud und Max Eitingon ein literarisches Denkmal in einer Zeit, als einseitige „parteiliche“ Ausrichtung und dogmatische Bevormundung der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Philosophie und der Kunst längst an der Tagesordnung waren. Durch die Hauptfigur des Romans, den Psychoanalytiker Richard Karthaus, erhält der Leser einen Schnellkurs in Psychoanalyse. Zweig schreibt offen von Ängsten, Hemmungen, Wut, Verdrängungen und Träumen. Neurosen und das Unbewußte werden beim Namen genannt, Träume werden gedeutet und man erfährt interessante Fakten aus der Geschichte der psychoanalytischen Bewegung. Der berechtigten Kritik an der künstlerischen Qualität des Buches muß man die Beharrlichkeit und Durchsetzungskraft des Autors Zweig entgegensetzen, mit der er ein absolut unpopuläres und unerwünschtes Thema - die Psychoanalyse - zum tragenden Element des Handlungsverlaufes machte. Zweig versäumte trotz seines labiler werdenden Gesundheitszustandes keine Möglichkeit, um als „Künder seelischer Tiefe in menschlicher Wirklichkeit“71 hartnäckig öffentlich für Freud einzutreten. Briefe, Einträge im Taschenkalender, Vorträge und nicht zuletzt sein literarisches Werk geben kontinuierlich Beleg davon. Daß seine Freundschaft mit Freud zu den großen Erlebnissen seines Lebens gehörte, hat er noch ein Jahr vor seinem Tod in einem Interview erklärt. Ein Foto von Freud stand bis zum letzten Lebenstag auf Zweigs Schreibtisch, die Werkausgabe war jederzeit in seiner Bibliothek griffbereit.

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