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Anselm, S. (2001). Zwischen Existentialismus und Marxismus: Psychoanalyse und Studentenbewegung in Berlin. Luzifer-Amor, 14(28):7-49.

(2001). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 14(28):7-49

I AUFSÄTZE

Zwischen Existentialismus und Marxismus: Psychoanalyse und Studentenbewegung in Berlin

Sigrun Anselm

Zusammenfassung

Die Studentenbewegung hat Marx und Freud für sich entdeckt, Autoren, die im Nationalsozialismus verboten und in den Nachkriegsjahren verpönt waren. In den ersten Jahren wurden beide als Aufklärer gelesen und nicht als Konkurrenten. Mit Freud kam ein Erfahrungsbegriff in das Denken, der es ermöglicht hat, existentielle mit politischen Themen zu verknüpfen. In Berlin spielte diese Verknüpfung eine besondere Rolle. Über Jahre bildete das Thema „Sexualität und Herrschaft“ dafür den Rahmen. Neben Freud wurde von Anfang an Marcuse gelesen, Reich kam später dazu. Die emigrierten Psychoanalytiker wurden durch Raubdrucke wieder allen zugänglich. Die wiederentdeckte Psychoanalyse öffnete neue Denkräume, innerhalb und außerhalb der Universität. Auch die etablierte Psychoanalyse blieb von diesem Prozeß nicht unberührt. Als die linken Studenten im Zuge ihres Erfolgs über Aufklärung und Protest hinausgehen und politische Praktiker werden wollten, suchten sie nach theoretischen Konzepten. Ein orthodoxer Marxismus fing an, die Psychoanalyse und das offene Denken zu verdrängen. Schließlich verlor die Revolte an Kraft, da erwies sich dann doch, daß die existentiellen Fragen ihr Motor waren. Selbst freudkritische Marxisten wollten nun in der Therapie ein politisches Moment erkennen. So gab es in Berlin die kurze Phase der marxistisch fundierten Therapieversuche. Daneben und von den Volten des wilden Therapierens unberührt hatte sich in den sozialwissenschaftlichen Fächern an der Universität die Psychoanalyse als Wissenschaft etabliert. Nicht anders die psychoanalytische Therapie auf dem Feld der Klinik. In den 70er und 80ern des 20. Jahrhunderts hatte sie dank Studentenbewegung sicher die Zeit ihrer größten Anerkennung.

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