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Rath, C. (2001). Begehren und Aufbegehren. Eine Skizze zum Verhältnis von Kritischer Theorie, Psychoanalyse und Studentenbewegung. Luzifer-Amor, 14(28):50-99.

(2001). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 14(28):50-99

Begehren und Aufbegehren. Eine Skizze zum Verhältnis von Kritischer Theorie, Psychoanalyse und Studentenbewegung1

Claus-Dieter Rath

Zusammenfassung

Die Kritische Theorie hat für die Rückkehr der Psychoanalyse ins Nachkriegsdeutschland eine wichtige Rolle gespielt. Zudem haben Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse mit ihrer an der Psychoanalyse orientierten Gesellschaftskritik, die auch eine Kritik an einzelnen Freudschen Thesen einschloß, das Denken der Studentenbewegung der sechziger Jahre beeinflußt.

Die Psychoanalyse-Auffassung dieser drei Theoretiker ist von einer materialistischen Sozialpsychologie geprägt, an deren Entwicklung sie anfänglich zusammen mit Erich Fromm arbeiteten. Trotz der vehementen Kritik, die sie nach einigen Jahren an Fromms - besonders in den USA erfolgreichen - kulturalistischer Revision der Libidotheorie (zusammen mit Horney und Sullivan) übten, blieben sie dessen Begriffen „Triebstruktur“ und „Sozialcharakter“ verpflichtet.

Der Text zeichnet Elemente der unterschiedlichen Positionen zur Problematik „Trieb, Gesellschaft und soziale Befreiung“ anhand einiger Arbeiten Fromms, Adornos, Horkheimers und Marcuses nach. Bei allen steht im Vordergrund nicht das Begehren des Subjekts, sondern das Aufbegehren der Subjekte. Bei aller Verschiedenheit ist diesen Projekten einer Sozialpsychologie gemeinsam, daß sie die Freudsche Erfindung des Unbewußten und die sich daraus ergebende Artikulierung von Trieb und Sprache beiseite lassen; also auch das Sprechen als konstitutives Moment der talking cure.

Über diese Strömung vermittelt galt das Psychoanalyse-Interesse der deutschen Studentenbewegung eher der Idee einer philosophisch-politischen Konzeption als der psychoanalytischen Erfahrung selbst. Der auf die Handhabung einzelner Kategorien beschränkte Umgang mit der Psychoanalyse führte zu bestimmten Schwierigkeiten, etwa im Hinblick auf die Position von Autorität, die Schuld der Väter und die Verantwortlichkeit für das eigene Begehren, aber auch hinsichtlich der Analyse von Massenphänomenen wie der BILD-Zeitung.

Ein kurzer Blick über die französische Grenze gilt dem andersartigen Umgang Jacques Lacans mit diesen Fragen und dessen Bedeutung für die dortige Studentenbewegung.

Auch wenn die Kritische Theorie in ihrer Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse sich nicht auf deren Klinik einläßt, kann man feststellen, daß die Erörterung ihrer hier referierten Thesen heute unumgänglich und bei der Auseinandersetzung mit heutigen therapeutischen Ideologien hilfreich ist.

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