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Schacht, J. (1949). EIN MUTTERMORD: Über „Symptomtradition“ und Gewissen. Psyche – Z Psychoanal., 3(2):101-119.

(1949). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(2):101-119

EIN MUTTERMORD: Über „Symptomtradition“ und Gewissen

Joachim Schacht

Die Patientin ist eine vierzigjährige, ledige Kontoristin im Bankfach, Tochter eines verstorbenen Pfarrers, in einem kleinen Ort geboren. Sowohl auf Vater- wie auf Mutterseite waren die meisten ihrer Ahnenväter Pfarrer, und die Patientin wuchs daher vollkommen im Geiste und in der Atmosphäre des schwäbischen Pfarrhauses auf dem Lande auf. Sie ist von mittelgroßer, etwas untersetzter Statur, dunkelhaarig, leicht ergraut, und trägt ein ruhiges, einnehmendes Wesen zur Schau. Als sie sich vorstellte, hatte der Therapeut das Gefühl: Dies ist eigentlich ein besonders heiterer, gemütvoller, lebenszugewandter Mensch. Und dann entpuppte sie sich als ein schwer gehemmter, melancholischer Charakter. Nicht zu übersehen war allerdings eine gewisse Überweitung der Augenöffnung die wie ein „gefrorener Schreck“ wirkt, sowie der Umstand, daß sich in diesem, an sich nicht unharmonisch wirkenden Gesicht das Lächeln nicht so recht durchsetzen will. Auf Befragen nach ihrem Woher gibt sie bereitwillig Auskunft.

Der Vater war im dritten Lebensjahr der Patientin mit 54 Jahren an Schlaganfall gestorben. Die Patientin hat keine Erinnerung an ihn und weiß nur aus Berichten, daß er ein Melancholiker gewesen ist, ein verzagter Mensch, der vor jeder sonntäglichen Amtshandlung Furcht hatte, sie nicht gut auszuführen, der immer daran zweifelte, ob er sein Amt auch recht verwalte, und ob er vor Gott bestehen könne.

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