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Kühn, W. (1949). DIE VERWANDLUNG DES TEIRESIAS: Zur Symbolik des Auges. Psyche – Z Psychoanal., 3(7):493-500.

(1949). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(7):493-500

DIE VERWANDLUNG DES TEIRESIAS: Zur Symbolik des Auges

Wolfgang Kühn

Ödipus blendet sich, als er erkennt, daß er unwissentlich Blutschande mit seiner Mutter getrieben hat.

Warum wählte er das Auge als Organ, an dem er diese Selbstsühne vollzieht? Weshalb — wenn er schon nicht brutal und direkt das Organ verstümmelt, mit dem er die tragische Handlung beging — weshalb hackt er sich nicht etwa die Rechte ab, die seine Mutter im Inzest liebkoste? Warum beraubt er sich nicht der Sprache, der Zunge, die die Worte formte, welche die Sitte und die Götter beleidigten?

Mit all dem hätte er das stellvertretende Opfer bringen können; denn all diese Organe können — das wissen wir zur Evidenz — im Seelenleben des Individuums wie in dem der Völker zu vertretenden Sexualsymbolen werden.

Der Versuch, diese Frage zu beantworten, das heißt, zu zeigen, daß Ödipus das Auge wählen mußte aus innerem Zwang, weil es das tiefste Symbol der Äquivalenz zum Eros ist, soll von einem scheinbar ganz abseitigen Ausgangspunkt her unternommen werden.

Der französische Historiker Daremberg warf bereits 1865 in seinem Buch «La Médecine d'Homère» (p. 20f.) die Frage auf, aus welchem Grunde wohl in verschiedenen Sprachen ein synonymer Ausdruck für „Pupille des Auges“ und „Kind“ gebräuchlich sei.

Man vergleiche:

Griechisch: γλήνη Augenstern, Pupille junges Mädchen, „Päppchen“
    Auge, „leuchtendes Bild“  
  χoϕρη Vorderteil des Auges, Iris, Pupille junges Mädchen
Lateinisch: Pupilla, pupula anat. Pupille junges Mädchen
  Pupulus   Bübchen
Französisch: Pupille anat. Augenstern schutzloses Kind, Mündel
Englisch: Pupil Pupille Mündel

Die Dechiffrierung dieses sprachlichen Rätsels gelingt erst dann befriedigend, wenn man von der Tatsache ausgeht, daß das Auge sowohl im Mythos der Völker aller Zeiten wie im Traumleben des Einzelmenschen ein eminent häufiges Sexualsymbol ist.

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