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Mitscherlich (1949). Psychosomatische Medizin: Zehnder, Max A.: Psychochirurgie in USA. Schweizer Medizinische Wochenschrift 79, 9, 1949.. Psyche – Z Psychoanal., 3(9):691-692.

(1949). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(9):691-692

ZEITSCHRIFTEN IN ÜBERSICHT

Psychosomatische Medizin: Zehnder, Max A.: Psychochirurgie in USA. Schweizer Medizinische Wochenschrift 79, 9, 1949.

Review by:
  Mitscherlich

Sehr übersichtliche Zusammenstellung der heute gebräuchlichen Operationsmethoden in der sogenannten „Psychochirurgie“, das heißt der frontalen Lobotomie. Nach Übersicht über die Weltstalistik ist der Eingriff schon in mehr als 10000 Fällen durchgeführt worden. Als Hauptindikation gilt immer noch die Schizophrenie: „?n den besten Statistiken wird der Prozentsatz für die Entlassungsbesserung mit 30 bis 40Prozent angegeben, wobei aber nach unserer Schätzung ein sozialer und gesellschaftlich unauffälliger Heilungszustand in kaum 5 Prozent erreicht wird.“ (!) „Mit wenigen Ausnahmen wird ein Mangel an Einsicht und Abschätzung realer Situationen den aus Internierung und chirurgischer Behandlung Entlassenen im gesellschaftlichen Leben behindern und eine weitere, jedoch erleichterte Überwachung und Pflege bedingen.“

Die „Psychochirurgie“ scheint im einem um so zweifelhafteren Licht zu stehen, als „nach den Schätzungen einer großen psychiatrischen Anstalt (3000 Betten) unter den Schizophrenen aus der Krankheitsdauer des ersten Jahres mit den bisherigen konservativen Methoden auch 30 bis 40 Prozent Entlassungsremissionen erzielt werden“.

Die Operation als solche ist heute voll standardisiert. Die Schäden, die sie setzt — im Sinne einer Persönlichkeitsveränderung — sind irreparabel. Der Weg, auf dem die psychopathologischen Syndrome beeinflußt werden, ist unklar.

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